Trotz Absperrungen Hunderte Flüchtlinge durchbrechen Grenze nach Mazedonien

Die griechisch-mazedonische Grenze ist geschlossen und mit Stacheldraht gesichert. Die Polizei schießt mit Blendgranaten und Tränengas. Dennoch gelang es Hunderten Flüchtlingen, die Absperrungen zu durchbrechen.
Dramatische Szenen im Grenzgebiet: Durchbruch trotz massivem Polizeiaufgebot

Dramatische Szenen im Grenzgebiet: Durchbruch trotz massivem Polizeiaufgebot

Foto: Georgi Licovski/ dpa

Die Versuche der mazedonischen Behörden, die Flüchtlinge im Grenzort Gevgelija an der Weiterreise zu hindern, ist gescheitert. Trotz verschärfter Sicherheitsvorkehrungen durchbrachen am Samstag Hunderte von Griechenland aus die mit Stacheldraht gesicherten Absperrungen und gelangten nach Mazedonien.

Ein Reporter der Nachrichtenagentur Reuters berichtet, die Migranten hätten Polizeiabsperrungen überwunden und seien über Felder gerannt. Die Beamten hätten zwei Blendgranaten gezündet, dies habe die Menschen jedoch nicht aufgehalten.

Mazedonien hatte den Grenzübergang am Donnerstag geschlossen, seitdem warten Tausende Flüchtlinge teilweise bei Dauerregen vergeblich auf eine Einreise. Für die meisten ist die frühere jugoslawische Teilrepublik nur ein Durchgangsland, sie wollen von dort aus über Serbien und Ungarn weiter nach Westeuropa.

Viele Flüchtlinge harren seit Tagen an der mit Stacheldraht gesicherten Grenze von Griechenland zu Mazedonien aus

Viele Flüchtlinge harren seit Tagen an der mit Stacheldraht gesicherten Grenze von Griechenland zu Mazedonien aus

Foto: Georgi Licovski/ dpa

Am Freitag kam es zu Tumulten, als die Polizei einige Hundert Menschen durchließ. Bei dem darauf folgenden Ansturm soll es mehrere Verletzte gegeben haben.

Seit Juni gilt in Mazedonien ein neues Gesetz, das Flüchtlingen 72 Stunden Zeit gibt, durch das Land zu reisen und dabei auch öffentliche Verkehrsmittel kostenlos zu nutzen. Seitdem schwillt die Zahl der Flüchtlinge in Gevgelija täglich weiter an. In Griechenland waren allein im Juli 50.000 Menschen aus unterschiedlichen Staaten angekommen, weit mehr als im gesamten vergangenen Jahr.

mak