Mazedonien Uno tadelt Griechenland im Namensstreit

Schlappe für Griechenland im Namensstreit mit Mazedonien: Der Internationale Gerichtshof urteilte, dass die Regierung in Athen nicht das Recht hatte, den Nato-Beitritt des Nachbarlandes zu blockieren.

Internationaler Gerichtshof in Den Haag: Rüge für Griechenland
AP

Internationaler Gerichtshof in Den Haag: Rüge für Griechenland


Hamburg - Im Streit um den Namen von Mazedonien hat der Internationale Gerichtshof in Den Haag Griechenland Verstöße gegen seine Verpflichtungen vorgeworfen. Mit dem Veto gegen eine Aufnahme Mazedoniens in die Nato habe Griechenland gegen das 1995 zwischen beiden Ländern geschlossene Interimsabkommen verstoßen, erklärte Gerichtspräsident Hisashi Owada am Montag. Entgegen den Erwartungen Mazedoniens forderte das Gericht Griechenland jedoch nicht auf, für die Zukunft eine mögliche Blockadehaltung aufzugeben, wenn Mazedonien weitere Mitgliedschaften bei anderen internationalen Organisationen beantrage.

Griechenland lehnt seit 1991 die internationale Anerkennung der früheren jugoslawischen Teilrepublik ab. Aus der Sicht Athens ist der Name Mazedonien Teil des griechischen Nationalerbes und suggeriert einen Anspruch auf die nordgriechische Provinz gleichen Namens.

Die griechische Regierung blockiert seit Jahren die Aufnahme des Landes in die Nato und Gespräche über einen EU-Beitritt. Im November 2008 reichte Mazedonien daher Klage bei dem obersten Uno-Tribunal ein. Eine Änderung seines Namens lehnt das Land mit Verweis auf seine Identität und Sprache strikt ab.

1993 wurde Mazedonien unter dem vorläufigen Namen "Frühere jugoslawische Republik Mazedonien" Uno-Mitglied. Mehr als 120 Staaten erkennen das Land jedoch als "Republik Mazedonien" an.

ler/AFP/dpa



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