Medien Zehn Journalisten starben bisher im Irak-Krieg

Sie berichteten über das Leben und Sterben im Krieg. Inzwischen sind zahlreiche Journalisten selbst Opfer der Kämpfe geworden.


Der spanische Journalist Julio Anguita Parrado starb in der Nähe Bagdads
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Der spanische Journalist Julio Anguita Parrado starb in der Nähe Bagdads

Bagdad/Berlin - Die Zuschauer und Leser haben sich daran gewöhnt, von Journalisten hautnah über das Kriegsgeschehen im Irak informiert zu werden. Aber die Reporter riskieren bei diesem Einsatz ihr Leben. Nach einer Übersicht von "Reporter ohne Grenzen" wurden in den knapp drei Wochen seit Kriegsbeginn am 20. März bis zum Dienstag zehn Kriegsberichterstatter getötet, unter ihnen auch ein deutscher.

Bereits am 22. März kam der australische Kameramann Paul Moran, 39, bei einem Selbstmordanschlag im Nord-Irak ums Leben. Einen Tag später wurde der britische Kriegsreporter Terry Lloyd,50, bei Basra durch Beschuss von Alliierten getötet, die ihn und seine Begleiter für Iraker hielten. In Kurdistan kamen am 2. und 6. April die BBC-Mitarbeiter Kaveh Golestan und Kamaran Abdurazaq Muhamed ums Leben.

Als erster US-Korrespondent, der an dem "Embedding"-Programm der amerikanischen Streitkräfte teilnahm, starb Michael Kelly am 4. April bei einem Unglück mit einem Militärfahrzeug. Kelly war Kolumnist für die "Washington Post" und zugleich Chefredakteur der Zeitschrift "Atlantic Monthly".

Ebenfalls "eingebettet" in die US-Streitkräfte waren der "Focus"-Reporter Christian Liebig, 35, und sein spanischer Kollege Julio Anguita Parrado, 32, von der Zeitung "El Mundo". Beide wurden am Montag in der Nähe von Bagdad bei einem irakischen Raketenangriff getötet. Sie hatten sich entschlossen, nicht mit anderen Kollegen ein Kommando ins Zentrum der Haupstadt zu begleiten. Ihre Einschätzung, es sei sicherer, im Hauptquartier zu bleiben, wurde ihnen zum Verhängnis.

Bei einem US-Angriff auf die Gebäude von zwei arabischen Fernsehsendern in Bagdad wurde am Dienstagmorgen ein Reporter des Nachrichtensenders al-Dschasira getötet. Der jordanische Korrespondent Tarik Ajoub, der erst drei Tage zuvor in Bagdad eingetroffen war, hatte auf dem Dach des Hauses gestanden, als eine Rakete einschlug. Reporter des Senders warfen den USA vor, den Sender wegen seiner "unabhängigen Berichterstattung" beschossen zu haben.

Am selben Tag starb der spanische Kameramann José Couso, 37, nach einem amerikanischen Angriff auf das Hotel "Palestine" in Bagdad, in dem fast alle ausländischen Journalisten untergebracht sind. Er wurde noch in ein Krankenhaus gebracht und erlag dort seinen Verletzungen. Bei dem Angriff starb auch der 35 Jahre alte ukrainische Kameramann Taras Protsyuk, der für Reuters arbeitete.

Im vergangenen Jahr zählte das Internationale Presse-Institut (IPI) in Wien weltweit insgesamt 54 getötete Journalisten, darunter allein 15 in Kolumbien.

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