Medienbericht Terror-Verdächtige arbeiteten an schmutziger Bombe

Islamistische Terroristen planten in der britischen Hauptstadt einen Anschlag mit einer so genannten schmutzigen Bombe, berichtet das US-Magazin "Time". Der mit radioaktivem Material versetzte Sprengsatz sollte demnach an der Bahnstrecke vom Flughafen London-Heathrow in die Stadtmitte explodieren.


Washington - Als die britischen Behörden im August eine Gruppe mutmaßlicher Terroristen festnahmen, stießen die Fahnder in den durchsuchten Wohnungen auf etliche Rauchmelder, berichtete das "Time"-Magazin heute vorab aus der neuesten Ausgabe. Die Experten gehen davon aus, dass sich die mutmaßlichen Islamisten die Geräte beschafft hatten, um das darin in winzigen Mengen enthaltene Americium-241 zu sammeln. Die radioaktive Chemikalie planten sie mit konventionellem Sprengstoff zu mischen. Das Blatt beruft sich auf hochrangige Mitarbeiter der US-Justizbehörden, denen entsprechende Berichte über den Stand der Ermittlungen vorlägen.

Experten sagen, es sei unwahrscheinlich, dass aus Rauchmeldern genug Americium gewonnen werden könne, um Menschen zu töten oder eine Strahlenkrankheit auszulösen. Allerdings könne schon eine kleine Menge an radioaktivem Material in einem vollen Stadion oder einer sehr belebten U-Bahn-Station Warnmelder auslösen, Panik verursachen und eine lang anhaltende Kontamination zur Folge haben.

Auf Computerdateien, die bei der Festnahme der Verdächtigen beschlagnahmt wurden, wurden dem Bericht zufolge weitere Pläne für Anschläge in Großbritannien und in den USA gefunden. Die Gruppe habe beispielsweise mit Autobomben in Tiefgaragen von Hochhäusern zünden wollen. Im Visier der Terroristen waren multi-nationale Unternehmen, aber auch die Weltbank in Washington und die Wallstreet in New York.



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