Polen Mehr als 100.000 Gewerkschafter demonstrieren gegen Regierung

"Das ist die letzte Warnung für die Regierung": Die tagelangen Proteste in Polen gegen die Regierung um Ministerpräsident Donald Tusk haben ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht. Gewerkschafter fordern die Auflösung des Parlaments.

Proteste in Warschau: "Wir haben genug von der Verachtung der Arbeiter!"
DPA

Proteste in Warschau: "Wir haben genug von der Verachtung der Arbeiter!"


Warschau - Es ist der vierte Tag der landesweiten Proteste - und deren vorläufiger Höhepunkt: Mehr als 100.000 Gewerkschafter haben in Warschau gegen die Sozialpolitik der liberalkonservativen Regierung um Ministerpräsident Donald Tusk demonstriert. Sie wollen verhindern, dass das Renteneintrittsalter von 65 auf 67 Jahre hinaufgesetzt und die Arbeitszeitbestimmungen gelockert werden. "Das ist die letzte Warnung für die Regierung", sagte Jan Guz vom Allgemeinen Gewerkschaftsverband OPZZ. "Wenn sie daraus keine Schlüsse zieht, blockieren wir das ganze Land."

"Wir haben genug von der Verachtung der Machthabenden für die Welt der Arbeiter!", sagte der Chef der Gewerkschaft "Solidarnosc", Piotr Duda. Er rief auf dem Warschauer Schlossplatz dazu auf, Unterschriften zu sammeln, um das Parlament aufzulösen. Die Demonstranten um ihn herum skandierten: "Es ist Zeit für einen Generalstreik", andere brannten Rauchkerzen und Feuerwerkskörper ab. In Sprechchören riefen Gruppen von Protestierenden nach einem Machtwechsel in Polen.

Nach offiziellen angaben gingen knapp 100.000 Gewerkschafter auf die Straße, die Organisatoren sprachen sogar von knapp 200.000 Teilnehmern. Zwischenfälle gab es nach Polizeiangaben nicht. Die Koalition um Tusks Bürgerplattform leidet unter einer schleichenden Erosion der Macht, sie verfügt nur noch über eine hauchdünne Mehrheit der Sitze im Parlament.

vks/dpa/AFP



insgesamt 6 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
balticskipper 14.09.2013
1. Es ist Zeit für einen Generalstreik
ja....damit haben sie ja schon mal was ziemlich geändert... ich habe zwar mit diesem Land so meine Probleme.. aber eines muss ich ihnen lassen sie haben Ehre im Leib..und Mut.... eben nicht so vollgefressen und selbstzufrieden wie wir Germanen und sonstige Möchtegern-Europäer....
spon_1542210 jorgos48 14.09.2013
2. Auch die Polen werden älter
Und die Rente muss länger bezahlt werden. Oder ihr müsst früher in die Kiste springen und nicht ewig mit Demenz oder Alzheimer den Sozialkassen und euren Verwandten auf der Tasche liegen. Capito?
sukowsky, 15.09.2013
3. Tapfere Polen
Tapfere Polen die das nicht Hinnehmen. Gruß an die Polen aus meiner zweiten Heimat Lima Peru!
alline 15.09.2013
4. Und bei uns?
Würden hier die Gewerkschaften ihre Rechte wahrnehmen würde es hier bei uns geauso aussehen!
karuso 15.09.2013
5. optional
Das die Gewerkschaften in Deutschland nicht im Sinne der Arbeiter handeln, zeigen uns die vielen Tarifvereinbarungen von 5-6 Euro/Stunde. Kluge Entscheidungen sagen CDU/FDP, besser als flächendeckender Mindestlohn. Andere Länder lassen sich dies nicht gefallen. Der Eintritt ins Rentenalter hängt zum größten Teil von der Produktivität ab und nicht von der Masse, so wie es uns unsere Regierung weismachen will. Vor Jahren wurden 55- bis 60jährige vom Arbeitsmarkt geschmissen und für Jugendliche wurden keine Ausbildungsplätze geschaffen, weil man genug von den anderen hatte. Jetzt haben wir das Produkt unserer Regierung. Fachkräftemangel bis zum Abwinken. Die Alten wurden wieder zurückgeholt, damit hier überhaupt noch etwas funktioniert. Jetzt brüskiert man sich, das man Arbeitsplätze für Ältere geschaffen hat. Dabei ist das einfach nur die Notwendigkeit, wegen falscher Politik. Unsere Regierung prahlt ja auch mit ihren Einsparungen und vollen Kassen überall. Es wurde auch alles vernachlässigt von Strassenbau bis hin zur Bildung und Sozialabbau betrieben. Mutti hat echt Glück, soviel dumme und träge Schäfchen zuhaben.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.