Gewalt im Urlaubsparadies Mehr als 30 Tote bei Blutbad in Kenia

Unter den Opfern sind auch Kinder und Polizisten: Bei einem Massaker im Südosten Kenias sind über 30 Menschen getötet worden. Zwei rivalisierende Volksgruppen liefern sich in dem afrikanischen Urlaubsland seit Wochen blutige Auseinandersetzungen.

Nairobi - Die kriegerischen Krawalle zwischen den Pokomo und den Orma in Kenia haben einen neuen Höhepunkt erreicht: Bei Auseinandersetzungen im Südosten des afrikanischen Staates wurden am Montag nach Angaben des Roten Kreuzes mindestens 33 Menschen getötet. Zu den Opfern sollen auch acht Kinder und sieben Polizisten zählen, berichtete die Zeitung "The Standard". Zahlreiche weitere Menschen wurden verletzt und mit Speer- und Messerwunden in Krankenhäuser gebracht.

Nach Angaben des Roten Kreuzes griffen rund 300 Menschen das Dorf Kilelengwani an und steckten Häuser in Brand. "Die Spannung in der Gegend ist weiter hoch, aber die Kämpfe sind beendet", berichtete Rot-Kreuz-Mitarbeiter der Nachrichtenagentur AFP. Der Bezirk Tana River ist seit langem Schauplatz ethnischer Spannungen zwischen den rivalisierenden Volksgruppen.

In der Nacht zum 22. August hatten Pokomo in der Region 52 Orma, hauptsächlich Frauen und Kinder, getötet. Die Angreifer gingen demnach äußerst brutal vor und töteten ihre Opfer unter anderem mit Hacken. Die Orma sind hauptsächlich umherziehende Viehzüchter, die Pokomo dagegen sesshafte Bauern. Am Freitag hatten Angreifer - offenbar aus Rache - mindestens zwölf Menschen erschossen. Den Angriff am Montag verübten nach Angaben aus Polizeikreisen erneut Pokomo. 2001 waren bei Zusammenstößen zwischen den beiden Volksgruppen im selben Bezirk mehr als 130 Menschen getötet worden.

Die Stämme streiten unter anderem um Landrechte. Polizei und Behörden versuchen gemeinsam mit den Stammesältesten, Lösungen für die verfahrene Situation zu finden.

als/dpa/AFP
Mehr lesen über