Gewalt im Irak Mehr als 50 Tote bei Anschlägen in Bagdad

Eine Serie von Anschlägen in Bagdad hat viele Menschenleben gefordert. Mehr als 50 Menschen fielen den Bomben zum Opfer. Ziel waren erneut schiitische Wohnviertel. Allein im Mai starben im Irak über 400 Menschen durch Attentate.

Feuerwehr an Explosionsort: Dutzende Tote in Bagdad
AP

Feuerwehr an Explosionsort: Dutzende Tote in Bagdad


Bagdad - Bei einer Anschlagsserie in Bagdad ist die Zahl der Toten nach Polizeiangaben auf über 50 gestiegen. Nach Angaben der Polizei gingen auf Märkten und in Geschäftsstraßen mindestens elf Sprengsätze hoch. Die Anschläge wurden in Gegenden verübt, die überwiegend von Schiiten sind. Zunächst war die Rede von 17 Toten gewesen.

Allein im bekannten Schiitenviertel Sadr-Stadt gingen zwei im Abstand von hundert Metern platzierte Bomben hoch. Dabei wurden der Polizei und Krankenhäusern zufolge mindestens 13 Menschen getötet. Zunehmende Gewalttätigkeiten zwischen Schiiten und Sunniten sowie Anschläge auf Sicherheitskräfte nähren im Irak die Sorgen vor einer Neuauflage der bürgerkriegsähnlichen Zustände aus den Jahren 2006 und 2007.

Im Mai wurden bei politisch motivierten Anschlägen im Irak bislang bereits mehr als 450 Menschen getötet. Im Irak gibt es starke Spannungen zwischen der Regierung des schiitischen Ministerpräsidenten Nuri al-Maliki und der sunnitischen Minderheit, die sich unter anderem durch Terrorvorwürfe und willkürliche Festnahmen diskriminiert sieht.

Die Gewalt im Irak geht vornehmlich von Ablegern der Terrororganisation al-Qaida und anderen sunnitischen Gruppen aus, die mit vielen Anschlägen die Regierung schwächen wollen.

Zudem verschärft sich die Lage zunehmend durch den Bürgerkrieg im Nachbarland Syrien, wo die zumeist sunnitischen Rebellen gegen Präsident Baschar al-Assad kämpfen. Assad gehört zur Volksgruppe der Alawiten, die aus den Schiiten hervorgegangen sind.

fab/AFP/Reuters

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