Mehr Asylbewerber Kanada setzt mehr Polizei an US-Grenze ein

US-Präsident Trump verfolgt eine harte Einwanderungspolitik und schreckt damit offenbar auch Flüchtlinge ab, die bereits im Land sind. An der kanadischen Grenze kommen immer mehr Asylbewerber an.

Kanadische Polizisten mit Asylbewerbern an Grenze zu den USA
REUTERS

Kanadische Polizisten mit Asylbewerbern an Grenze zu den USA


Die kanadische Polizei verstärkt wegen der wachsenden Zahl von Asylbewerbern ihre Kräfte an der Grenze zu den USA. Sowohl die Grenzschutzbehörde CBSA als auch die Bundespolizei RCMP hätten mehr Personal in die Provinz Québec beordert, erklärten beide Behörden.

Demnach wurde auch ein provisorisches Aufnahmezentrum eingerichtet, um die wachsende Zahl der Neuankömmlinge aus den USA zu bewältigen. Dem Grenzschutz zufolge stieg die Zahl der ankommenden Asylbewerber in Québec im Januar auf 452. Vor einem Jahr waren es noch 137.

Der Übertritt von den USA nach Kanada ist für Asylbewerber eigentlich illegal, weil die Regierung in Ottawa das Nachbarland als sicher einstuft. Angesichts des härteren Kurses des neuen US-Präsidenten Donald Trump gegen Einwanderer fordern Organisationen wie Amnesty International aber, das entsprechende Abkommen zu beenden.

Der kanadische Ministerpräsident Justin Trudeau hat sich von Trump abgegrenzt und erklärt, in seinem Land seien Flüchtlinge unabhängig von ihrer Religion willkommen.

anr/Reuters



insgesamt 36 Beiträge
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rgw_ch 21.02.2017
1. Willkommen, aber Kontrolle
Es sei auch festgestellt, dass es Kanada richtig macht: Bei allem "Willkommen" werden Flüchtlinge doch erst mal in Auffanglagern aufgenommen und registriert, und dann so weitergeleitet, wie es von den Behörden für sinnvoll erachtet wird. Dies im Gegensatz zum deutschen "wir schaffen das", wo man schon als Nazi bezeichnet wurde, wenn man nur genau das verlangte: Festhalten der Flüchtlinge bis zur Registrierung.
bohewulf 21.02.2017
2. Grenzen sichern
"Die kanadische Polizei verstärkt wegen der wachsenden Zahl von Asylbewerbern ihre Kräfte an der Grenze zu den USA" Selbst das viel ger?hmte Kanada ist willens, seine Grenzen zu sch?tzen. Auch interessant festzustellen dass ProAsyl gleich wieder zu fordern anfängt und so tut als ob die USA ein Unrechtsstaat wäre. Absolut irre.
fisa_thul 21.02.2017
3. Asylbewerber ?
Was für Menschen sind das ? Aus welchen Ländern kommen sie und wovor fliehen sie ? Amerikaner die vor Trump fliehen ? Oder Migranten ? Und um wie viele handelt es sich etwa ? Ohne diese Angaben macht der Artikel wenn Sinn.
milpark 21.02.2017
4. win-win-Situationen
"Der kanadische Ministerpräsident Justin Trudeau hat sich von Trump abgegrenzt und erklärt, in seinem Land seien Flüchtlinge unabhängig von ihrer Religion willkommen." Na, dann kann Trudeau ja jetzt zeigen, wie ernst er diese Aussage wirklich meinte. Dass er vorsichtshalber ein massives Polizeiaufgebot als Empfangskomitee bereitstellt, ist klug; das unterscheidet ihn von Merkel. Der eine will die Flüchtlinge nicht, der andere unbedingt. Für Trump und Trudeau insgesamt also eine perfekte win-win-Situation. Vielleicht kann man Trudeau ja auch noch erheblich mehr Willkommensfreude bereiten, indem Europa ihm Flüchtlinge weiterleitet. Noch mehr win-win!
dasmillionenspiel 21.02.2017
5. Hm
"Der Übertritt von den USA nach Kanada ist für Asylbewerber eigentlich illegal, weil die Regierung in Ottawa das Nachbarland als sicher einstuft." Ein sehr interessanter und aufschlussreicher Satz. "Flüchtlinge" die über Italien und Frankreich nach Deutschland einreisen sind auch nichts anderes als illegale Migranten, da sowohl Italien als auch Frankreich sichere Herkunftsländer sind( jedenfalls ist mir nichts gegenteiliges bekannt). Aber aus übertriebener, übereifriger und falsch verstandener politischer Korrektheit wird dies in den Medien nie so klar dargestellt.
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