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02. Januar 2014, 16:05 Uhr

Libanon

Tote bei Anschlag auf Hisbollah-Hochburg in Beirut

Der Süden der libanesischen Hauptstadt Beirut ist von einer schweren Explosion erschüttert worden. Laut Augenzeugen detonierte eine Autobombe. Der Anschlag ereignete sich in der Nähe der Hisbollah-Zentrale. Mediziner berichten von mehreren Toten.

Beirut - In der libanesischen Hauptstadt Beirut ist erneut eine Bombe explodiert. Der Anschlag ereignete sich im Viertel Haret Hreik im Süden der Stadt. Der Stadtteil wird von der Schiiten-Miliz Hisbollah kontrolliert.

Laut Augenzeugen soll eine Autobombe vor einem beliebten Restaurant explodiert sein. In unmittelbarer Nähe des Anschlagsorts befindet sich eine Veranstaltungshalle, die von der Hisbollah für Kundgebungen genutzt wird. Auch andere wichtige Einrichtungen der Partei befinden sich in diesem Stadtteil.

Nach Angaben von Sicherheitskräften sind bei dem Anschlag am Donnerstagnachmittag mindestens vier Menschen getötet worden. Mindestens 50 weitere Personen wurden verletzt. Fernsehbilder zeigen zahlreiche brennende Autos und schwere Schäden an umstehenden Gebäuden. Ein zweites Fahrzeug, in dem eine Bombe versteckt war, sei nach der ersten Explosion rechtzeitig entdeckt worden.

Sunnitische Islamisten fordern Hisbollah-Abzug aus Syrien

Erst am vergangenen Freitag waren bei einem Anschlag im Zentrum Beiruts acht Menschen getötet worden - unter ihnen der ehemalige Finanzminister Mohammed Schatah. Der Sunnit Schatah war ein entschiedener Gegner der schiitischen Hisbollah. Politische Freunde des Toten machten daher die Hisbollah für das Attentat verantwortlich.

Auch die südlichen Vororte Beiruts wurden in den vergangenen Monaten mehrfach Ziel von Anschlägen. Im November waren bei einem Anschlag auf die iranische Botschaft 23 Menschen getötet worden, zuvor hatte es Bombenexplosionen in schiitischen Wohnvierteln Beiruts gegeben. Eines dieser Attentate ereignete sich nur wenige hundert Meter entfernt vom aktuellen Tatort.

Für die Anschläge übernahmen militante sunnitische Islamisten die Verantwortung. Sie fordern die Hisbollah auf, ihre Unterstützung für das Assad-Regime in Syrien aufzugeben und ihre Kämpfer aus dem Nachbarland zurückzuziehen. Madschid Bin Mohammed al-Madschid, der Anführer der Abdullah-Azzam-Brigaden, die sich zum Anschlag auf die iranische Botschaft bekannt hatte, wurde am Silvestertag in Beirut festgenommen.

syd

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