Melania Trumps Spitze "Die Zeugin sollte sich schämen"

First Lady Melania Trump hat via Twitter die Juraprofessorin Pamela Karlan kritisiert. Die hatte sich bei einer Anhörung im US-Kongress über Präsidentensohn Barron geäußert.
Melania Trump: "Kinder sollten aus der Politik herausgehalten werden"

Melania Trump: "Kinder sollten aus der Politik herausgehalten werden"

Foto: Joseph Prezioso/ AFP

Kinder haben nach Ansicht der amerikanischen First Lady Melania Trump ein absolutes Recht auf Privatsphäre und dürfen nicht zu politischen Zwecken instrumentalisiert werden. Trumps Kritik richtete sich konkret gegen die Juraprofessorin Pamela Karlan: Die hatte den 13-jährigen Barron Trump während einer Anhörung im Kongress zu einem Teil ihrer politischen Argumentation gemacht. Karlan "sollte sich schämen", sie sei ganz offensichtlich eine wütende und voreingenommene Person, schrieb Melania Trump bei Twitter.

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Der US-Präsident verbreitete den Tweet weiter an seine 67,3 Millionen Follower.

Die Verfassungsrechtlerin der renommierten Universität Stanford war am Mittwoch von den Demokraten als Zeugin vor den Justizausschuss des Repräsentantenhauses geladen worden. Karlan wurde zu der Frage angehört, ob die bisherige Sachlage in der Ukraineaffäre ausreichend ist, um ein Amtsenthebungsverfahren (Impeachment) gegen Trump einzuleiten.

In einer Antwort wollte die Juristin den Unterschied zwischen dem Präsidenten und einem König herausstellen. "Während der Präsident seinen Sohn Barron nennen kann, kann er ihn nicht zum Baron ernennen", sagte sie. Im Publikum war kurz Gelächter zu hören.

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Trumps Wahlkampfteam verbreitete daraufhin eine Stellungnahme , in der es heißt: "Nur in den Köpfen verrückter Liberaler ist es lustig, ein 13 Jahre altes Kind in den Impeachment-Unsinn mitreinzuziehen." Die Bemerkung habe gezeigt, dass die Demokraten "keine Grenzen" hätten in ihrem "Hass" für alles, was mit Trump zu tun habe.

Nach der Kritik an ihrer Äußerung durch die First Lady und andere bat Karlan noch im Verlauf der Sitzung um Entschuldigung für ihre Bemerkung über Trumps Sohn. "Es war falsch von mir, das zu tun", sagte sie.

Barron ist Donald Trumps jüngstes Kind und sein einziges mit Melania. Der 13-Jährige nimmt in der Regel nicht an öffentlichen Auftritten mit seinen Eltern teil, er ist nur bisweilen beim Einsteigen und Aussteigen zu sehen, wenn die Familie gemeinsam fliegt.

Donald, Barron und Melanie Trump Ende November auf dem Weg zu Marine One

Donald, Barron und Melanie Trump Ende November auf dem Weg zu Marine One

Foto: MICHAEL REYNOLDS/EPA-EFE/REX

In der Anhörung vom Mittwoch warfen die drei von den Demokraten eingeladenen Rechtsprofessoren Trump Vergehen vor, die ihrer Ansicht nach ein Amtsenthebungsverfahren rechtfertigen würden. Ein von Trumps Republikanern geladener Rechtsprofessor widersprach und gab dem Präsidenten Rückendeckung. Mehr dazu erfahren Sie hier.

Video: Rechtsprofessoren halten Impeachment-Verfahren gegen Trump für gerechtfertigt

SPIEGEL ONLINE
aar/dpa