US-Wahlkampf Melania Trump wehrt sich gegen Vorwurf illegaler Arbeit

Donald Trumps Ehefrau Melania kam in den Neunzigerjahren in die USA. Doch hatte sie überhaupt das notwendige Visum, um als Model zu arbeiten? Nun äußert sich ihr früherer Agent.

Donald Trump und seine Frau Melania
REUTERS

Donald Trump und seine Frau Melania


Melania Trump muss sich gegen Vorwürfe verteidigen, in den USA illegal als Model gearbeitet zu haben. Jetzt hat die Ehefrau des republikanischen Präsidentschaftskandidaten Unterstützung von ihrem früheren Agenten Paolo Zampolli bekommen: In einem Interview mit der Nachrichtenagentur The Associated Press sagte Zampolli, er persönlich habe Trump das notwendige Arbeitsvisum besorgt, bevor sie professionell als Modell gearbeitet habe. "Ich weiß, dass sie keinen bezahlten Job hatte, bevor sie das Visum bekam", sagte Zampolli.

Auch Trump selbst hatte sich am Donnerstag gegen die Vorwürfe verteidigt: "Ich habe mich zu jedem Zeitpunkt vollumfänglich an die Einwanderungsbestimmungen dieses Landes gehalten. Punkt", schrieb die gebürtige Slowenin bei Twitter. Sie beklagte sich darüber, dass viele Gerüchte hinsichtlich ihres Aufenthaltsstatus im Jahr 1996 kursierten.

Die Website "Politico" hatte die Frage aufgeworfen, ob Trump zu Beginn ihrer Tätigkeit als Model in den USA die erforderliche Arbeitserlaubnis gehabt habe. Der Bericht bezog sich allerdings auf das Jahr 1995 ab, nicht 1996. "Politico" verwies auf Nacktfotos, die vor einigen Tagen vom Boulevardblatt "New York Post" veröffentlicht worden waren - und die schon 1995 in den USA aufgenommen worden sein sollen.

"Politico" zitierte in dem Bericht auch frühere Aussagen von Trump, wonach sie anfänglich alle paar Monate nach Slowenien zurückgereist sei, um ihr US-Visum zu erneuern. Solche Kurzzeit-Visa hätten aber nicht zur Arbeit in den USA berechtigt, schreibt die Website. Mit einem regulären Arbeitsvisum dagegen wären solche Reisen nicht notwendig gewesen.

Trumps früherer Agent Zampolli sagte jetzt, sie sei wahrscheinlich durcheinandergekommen, schließlich sei sie mehrmals nach Slowenien gereist, um ihre Familie zu besuchen. Auch für die Nacktfotos hat Zampolli eine Erklärung: Sie seien wahrscheinlich ein "kostenloser Fototermin" gewesen, um ihre Modelmappe zu erweitern.

Der Streit um Melania Trumps Visum ist deshalb so pikant, weil ihr Ehemann im Wahlkampf immer wieder durch heftige Attacken gegen illegale Einwanderer auffällt. So tritt er dafür ein, elf Millionen Einwanderer ohne Papiere auszuweisen und "eine große Mauer" zu bauen, um illegale Einwanderung zu stoppen.

In den vergangenen Wochen war Trumps Ehefrau bereits zweimal in die Kritik geraten: So stellte sich heraus, dass sie ihre Rede beim Parteitag der Republikaner Mitte Juli stellenweise von der First Lady Michelle Obama abgeschrieben hatte. Wenig später wurde ihr vorgeworfen, sie habe den Studienabschluss, von dem auf ihrer Website die Rede war, nie gemacht.

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DPA/AFP

sos/AP/AFP



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