Meldepflicht an den Vatikan Kirche will energisch gegen Päderasten vorgehen

Berlin - Die katholische Kirche in Deutschland will jede sexuelle Verfehlung ihrer Priester aufdecken und dem Vatikan melden. Es bestehe eine Meldepflicht nach Rom über sexuelle Verfehlungen, sagte die Sprecherin der Bischofskonferenz, Martina Höhns, der "Welt am Sonntag". Eine zentrale Statistik über sexuelle Verfehlungen von Priestern in Deutschland führe die Bischofskonferenz allerdings nicht, weil die Priester dem jeweiligen Bistum Gehorsam gelobt hätten. Der "Welt am Sonntag" zufolge sollen in den vergangenen 3 Jahren in den 27 Bistümern und Erzbistümern 12 Fälle von "Verfehlungen" aufgedeckt worden sein. Das hätten nicht-amtliche Umfragen ergeben.

Mit der Einführung der Meldepflicht an den Vatikan könnten künftig möglicherweise Aussagen über die Gesamtzahl der Fälle getroffen werden, erläuterte der Sprecher der Bischofskonferenz, Rudolf Hammerschmidt. In Deutschland habe die katholische Kirche aber schon seit längerer Zeit die Fälle immer offen behandelt. Papst Johannes Paul II. hatte sich in seinem traditionellen Gründonnerstagsbrief an alle Geistlichen erschüttert über die jüngsten Fälle von Kindesmissbrauch durch katholische Geistliche in den USA oder auch Polen geäußert.

Die Deutsche Bischofskonferenz habe das Problem schon thematisiert, als vor einigen Jahren sexuelle Verfehlungen von Priestern in England und Irland bekannt wurden, erläuterte Höhns in der Zeitung. Der Hamburger Weihbischof Dr. Hans-Jochen Jaschke forderte dem Bericht zufolge "klare, strenge Kontrollen und Prüfungen". Bei Päderasten dürfe es keine Nachsicht geben. "Wer Kinder verführt, ist pervers und krank."

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