Massenansturm auf Melilla 30.000 Flüchtlinge stehen an der Grenze zu Spanien

Es ist der zweite Massenansturm innerhalb weniger Tage: 150 Afrikaner sind über Marokko in die spanische Exklave Melilla gelangt. Insgesamt stehen Zehntausende Flüchtlinge an der Grenze - sie wollen in die EU.

AP/dpa

Melilla/Madrid - Bei einem neuen Ansturm auf die spanische Exklave Melilla sind rund 150 Flüchtlinge von Marokko in das Hoheitsgebiet der Europäischen Union gelangt. Am Montagmorgen versuchten mehr als 250 Flüchtlinge, die zum größten Teil aus Kamerun stammen, die Absperrungen entlang die Grenze zu überwinden, bestätigte die Verwaltung der Küstenstadt.

Dabei mussten sie über einen sechs Meter hohen Zaun klettern. Fünf Flüchtlinge wurden mit Quetschungen, möglichen Brüchen oder Verstauchungen in ein Krankenhaus gebracht. 60 Personen wurden festgenommen, bevor sie die Grenze erreichten.

In den kommenden Tagen droht die Lage an der EU-Außengrenze zu eskalieren: Weitere 30.000 Flüchtlinge warten in Marokko auf eine Gelegenheit, in die EU zu gelangen, berichtet die spanische Tageszeitung "El País". Die Grenzbeamten seien völlig überfordert, betonte die Polizeigewerkschaft UFP. "Wir sind nicht darauf vorbereitet, dem Druck von 30.000 Menschen standzuhalten", sagte ein Sprecher. Er forderte ein stärkeres Engagement der EU-Grenzschutzagentur Frontex. "Die Lage ist hoffnungslos, aber Europa verschließt die Augen."

Erst in der vergangenen Woche sorgte ein Flüchtlingsansturm auf die spanische Exklave Ceuta im Norden Marokkos für Schlagzeilen. Dabei hatten die spanischen Grenzpolizei die Flüchtlinge mit Gummigeschossen abgewehrt. Bei der Flucht vor der Polizei ertranken 13 Flüchtlinge im Meer.

Nach einem Massenansturm auf die Exklaven 2005 hat Spanien die Kontrollen drastisch verschärft. Im vergangenen Jahr hatten die spanischen Behörden eine elf Kilometer lange Grenzanlage errichtet und diese zusätzlich mit einem Stacheldraht gesichert.

cth/AFP/dpa



insgesamt 48 Beiträge
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Seite 1
Klartext 2013 17.02.2014
1. Europa...
...jetzt zeigst Du Dein wahres ich!
Philibus 17.02.2014
2.
Zitat von Klartext 2013...jetzt zeigst Du Dein wahres ich!
Die Unfähigkeit, real existierende Probleme zu lösen?
schwaba1970 17.02.2014
3. Ja EU
Beschießt die Immigranten mit Gummigeschossen, lasst sie in Stacheldraht die Körper aufschlitzen und im Meer ersaufen. Solange der Michel sich über Zuhangsbeschränkungen der Schweiz aufregen kann ist alles Paletti.
raphaela45 17.02.2014
4. Eine Nebenwirkung
des Freihandelsabkommens wird die weitere Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation vieler afrikanischer Länder sein - Und das ist BEABSICHTIGT... Immer höhere Zäune statt sinnvoller Entwicklungshilfe, das ist purer Zynismus: Eine Weltwirtschaft, die die wachsende Verelendung immer größerer Bevölkerungsteile billigend in Kauf nimmt, um ein paar wenige immer noch reicher zu machen ist zum Untergang verurteilt.... Wenn aus den 30 000 3 Millionen werden, nützen Zäune nichts mehr. Sollen die Menschen dann schon vorher erschossen werden?!?
Atheist_Crusader 17.02.2014
5.
Zitat von sysopAP/dpaEs ist der zweite Massenansturm innerhalb weniger Tage: 150 Afrikaner sind über Marokko in die spanische Exklave Melilla gelangt. Insgesamt stehen Zehntausende Flüchtlinge an der Grenze - sie wollen in die EU. http://www.spiegel.de/politik/ausland/melilla-30-000-fluechtlinge-wollen-ueber-spanische-exklave-in-die-eu-a-954012.html
Sie woillen nicht in die EU. Sie wollen europäische Sicherheit und Wohlstand. Welches Land ihnen das gibt, die Menschen und die Kultur dort könnten sie nicht weniger interessieren.
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