Memoiren Blair möchte schreiben und damit Millionen verdienen

Kaum aus dem Amt geschieden, will er schon darüber schreiben: Großbritanniens ehemaliger Premier Blair sucht Berichten zufolge einen Verlag für seine Memoiren. Ex-US-Präsident Clinton steckte für seine Erinnerungen neun Millionen Dollar ein - so viel möchte auch Blair.


London - Nur wenige Wochen nach seinem Rücktritt bietet der einstige britische Premierminister Tony Blair Verlagen seine Memoiren an. Mit den Verhandlungen beauftragte er den US-Anwalt Robert Barnett, der bereits die Memoiren von Ex-Präsident Bill Clinton erfolgreich verkauft hatte, berichtete die britische Presse-Agentur PA.

Ex-Premier Blair: Suche nach einem Verlag und vielen Millionen
REUTERS

Ex-Premier Blair: Suche nach einem Verlag und vielen Millionen

Für Clintons Erinnerungen - in deutscher Sprache erschienen sie 2005 unter dem Titel "Mein Leben" - habe Barnett ein Honorar von schätzungsweise zwölf Millionen Dollar (9 Millionen Euro) ausgehandelt. Mit einem ähnlichen Betrag könne auch Blair rechnen.

Ein Vertrag wurde den Angaben zufolge noch nicht ausgehandelt, hieß es weiter. Blairs Sprecher wollte sich zu dem Bericht nicht äußern. Im Februar gab Blair bekannt, dass er während seiner Zeit in Downing Street kein Tagebuch geführt habe.

Der ehemalige britische Premierminister werde in jedem Fall noch einige Jahre brauchen, um seine Memoiren zu schreiben, sagte ein Mitarbeiter Blairs der Nachrichtenagentur AP.

Ein aussichtsreicher Anwärter für die Veröffentlichung seiner Memoiren ist offenbar der US-Verlag Harper Collins, der zum Imperium des Medien-Moguls Rupert Murdoch gehört. Murdoch hatte die politische Karriere Blairs gefördert und vor allem dessen Engagement an der Seite von US-Präsident George Bush im Irak-Krieg unterstützt.

Verlag von Medienzar Murdoch zeigt Interesse

Blair hatte am 27. Juni nach drei Wahlsiegen für seine Labour- Partei und insgesamt mehr als zehn Jahren in der Downing Street sein Amt an den bisherigen Schatzkanzler Gordon Brown abgetreten. Am Ende war die Popularität des einst sehr erfolgreichen Politikers nach Meinungsumfragen wegen des Einsatzes britischer Soldaten im Irak-Krieg so dramatisch gesunken, dass Blairs Partei um ihre Wahlchancen bangte.

Seit dem Wechsel zu Brown ist Labour in Umfragen wieder zur stärksten politischen Kraft Großbritanniens geworden. Blair wurde kurz nach seinem Ausscheiden zum Sondergesandten des Nahost-Quartetts ernannt.

Auch Blairs Vorgänger in Downing Street haben Bücher geschrieben: John Major verfasste neben seinen Memoiren auch ein Buch über Cricket. Die Memoiren von Margaret Thatcher wurden ein Bestseller, und Winston Churchill erhielt für seine Memoiren und historischen Werke sogar einen Nobelpreis für Literatur.

flo/dpa/AFP/AP



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