Preis an Bürgerrechtlerin China bestellt deutschen und französischen Gesandten ein

Peking hat auf die Ehrung der chinesischen Bürgerrechtlerin Wang Qiaoling reagiert: Die Gesandten Deutschlands und Frankreichs wurden in das Außenministerium bestellt.

Wang Qiaoling
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Wang Qiaoling


Die Ehrung einer Aktivistin sorgt für diplomatische Verstimmung zwischen China und Deutschland. Weil die Bürgerrechtlerin Wang Qiaoling mit dem deutsch-französischen Menschenrechtspreis ausgezeichnet wurde, bestellte Peking den deutschen Gesandten zusammen mit seinem französischen Kollegen in das Außenministerium ein.

Aus dem Auswärtigen Amt in Berlin wurde die Einbestellung des deutschen Gesandten später bestätigt. Vom Außenministerium in Peking war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. Dem Vernehmen nach hat sich die chinesische Seite bei der Einbestellung besonders über das gemeinsame deutsch-französische Vorgehen beschwert.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier und sein französischer Kollege Jean-Marc Ayrault hatten die Preisverleihung am Donnerstag vorgenommen. Beide appellierten zudem an die chinesische Regierung, den inhaftierten Ehemann Wangs, den Menschenrechtsanwalt Li Heping, freizulassen.

Wang gehört zu den führenden Menschenrechtsaktivisten Chinas. Sie fungiert als Sprecherin der Familienmitglieder der Menschenrechtsanwälte, die in einer Verhaftungswelle in China inhaftiert wurden. Li sitzt seit 15 Monaten in Untersuchungshaft.

Steinmeier und Ayrault hatten die Auszeichnung für Wang mit ihrem "unermüdlichen Engagement" für die verhafteten Anwälte begründet. Bei der Zeremonie wurde zudem eine Videobotschaft von Wang gezeigt, die im März auch mit Bundespräsident Joachmin Gauck bei dessen Peking-Besuch zusammengetroffen war. Sie war am Freitag nicht erreichbar, da ihr Telefon abgestellt war. Die Behörden hatten Wang mehrfach gewarnt, mit ausländischen Medien zu sprechen.

als/Reuters/dpa



insgesamt 12 Beiträge
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pauleschnueter 02.12.2016
1. Weils auch eine Frechheit ist
Gerade von Ländern wie Deutschland und Frankreich würde ich mir auch nicht gefallen lassen über Menschenrechte belehrt zu werden, wo dort doch die Menschenrechte auch nur so lange berücksichtigt werden, wie es bequem ist.
winki 02.12.2016
2. Eigentlich normal
Laufend hängen sich Deutsche Politiker in die inneren Angelegenheiten andere Länder rein. Kommt dann von solchen Länder eine Reaktion, dann spielt man die beleidigte Leberwust oder ist empört. Dabei gibt es gerade bei uns genug Schmutz weg zu kehren.
96alteliebe 02.12.2016
3.
Da sieht man mal wieder mit welch Menschenverachtenden Ländern wir so handeln. Schön willkürlich, einfach mal so das Telefon abzustellen, wenn einem die Meinung nicht passt...! Da dürfen sich Deutschland und Frankreich nicht unterkriegen lassen, das gehr uns alle etwas an.
teloudis 02.12.2016
4. Kapitalismus
kennt keine Menschenrechte, und deswegen werden, mit solchen Ländern, Geschäfte gemacht. Zur super Konditionen, leider
Das Pferd 02.12.2016
5.
Botschafter einbestellt? Das sagt, daß die Arbeit dieser Menschenrechtsaktivisten gar nicht so klein und unbedeutend ist, wie sie manchmal erscheint.
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