Menschenrechte in China Ai Weiwei fordert von Cameron mehr Einsatz

Er ist der bekannteste Künstler Chinas - und einer der hartnäckigsten Regimekritiker. Jetzt hat Ai Weiwei den britischen Premier David Cameron gedrängt, sich in Peking stärker für die Einhaltung der Menschenrechte einzusetzen.

Künstler Ai Weiwei: Cameron würde sich "einer Art Straftat" schuldig machen
AFP

Künstler Ai Weiwei: Cameron würde sich "einer Art Straftat" schuldig machen


London - Der aus dem Hausarrest entlassene chinesische Künstler Ai Weiwei hat am Dienstag den britischen Premierminister David Cameron aufgefordert, sich in China für die Verbesserung der Menschenrechte einzusetzen. Cameron und die Mitglieder seiner Delegation würden sich "einer Art Straftat" schuldig machen, wenn sie nicht ihre Bedenken über die Einhaltung der Menschenrechte zum Ausdruck brächten, sagte der Künstler der BBC in London.

Der britische Regierungschef traf am Dienstag an der Spitze einer Wirtschaftsdelegation in China ein. Nach Gesprächen mit seinem chinesischen Amtskollegen Wen Jiabao sollen Handelsverträge im Wert von 2,7 Milliarden US-Dollar (1,95 Milliarden Euro) unterzeichnet werden. Bei seinem zweitägigen Besuch wird Cameron von der bislang größten offiziellen britischen Delegation begleitet. Cameron war vor seiner Abreise in Großbritannien dafür kritisiert worden, dass er das Menschenrechtsthema nicht offiziell auf die Tagesordnung heben wollte. Für Großbritannien ist China einer der wichtigsten außenpolitischen und Handelspartner für die Zukunft.

Ai wieder auf freiem Fuß

Ai Weiwei war zuletzt mit der chinesischen Führung über den Abriss seines Ateliers in Shanghai in Konflikt geraten. Nachdem er zu einer "Abriss-Party" eingeladen hatte, wurde er unter Hausarrest gestellt. Am Sonntagabend zogen die Polizeiposten vor seinem Haus wieder ab. Ai ist durch seine Arbeiten international bekannt. Er hatte die Grundidee für das "Vogelnest", das Olympiastadion der Sommerspiele 2008 in Peking. Zur Documenta 2007 nahm er für ein Kunstprojekt 1001 Landsleute mit nach Kassel.

Im Juli 2010 war ein Riesenfels des Künstlers auf dem Gipfel des österreichischen Dachsteins installiert worden. Der vier Tonnen schwere Stein war per Hubschrauber in die Gipfelregion des 2995 hohen Berges gehievt worden. Ai wollte mit der Aktion auf Mängel im Bauwesen Chinas aufmerksam machen. Der Felsbrocken stammt aus der chinesischen Provinz Sichuan und soll sich dort im Mai 2008 bei dem verheerenden Erdbeben gelöst haben. Damals starben mehrere tausend Kinder und Jugendliche, als ihre Schulen einstürzten.

dis/dpa



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Baracke Osama, 09.11.2010
1. --
Zitat von sysopEr ist der bekannteste Künstler Chinas - und einer der hartnäckigsten Regimekritiker. Jetzt hat Ai Weiwei den britischen Premier David Cameron gedrängt, sich in Peking stärker für die Einhaltung der Menschenrechte einzusetzen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,728135,00.html
Er hätte sich besser an Guido wenden sollen. Er hat mit Prangerbesuchen mehr Erfahrung sammeln können.
Darth Manfred 09.11.2010
2. Mit Guido ist da nichts zu machen
Zitat von Baracke OsamaEr hätte sich besser an Guido wenden sollen. Er hat mit Prangerbesuchen mehr Erfahrung sammeln können.
Der Guido kriegt von seinem Klientel auf's Hinterteil gehauen, wenn er anfängt, in China von Menschenrechten zu fabulieren.
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