Treffen mit Uno Nordkorea macht auf Menschenrechtler

Öffnet Nordkorea seine Grenzen für Uno-Beobachter? Erlaubt gar einen Blick in seine Gefängnisse? Pjöngjang deutet einen solchen Schritt an, ein Treffen gab es bereits - doch dahinter dürfte kühle Taktik stecken.

Nordkoreas Diktator Kim Jong Un: Kommt schon bald die Beobachtermission?
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Nordkoreas Diktator Kim Jong Un: Kommt schon bald die Beobachtermission?


New York - Der Vorgang wäre beispiellos: Nordkorea hat angedeutet, in naher Zukunft möglicherweise einen Uno-Beobachter für Menschenrechte einreisen zu lassen. Es habe zu diesem Zweck bereits ein Vorbereitungstreffen gegeben.

Auch die Vereinten Nationen bestätigten ein rund einstündiges Gespräch mit Vertretern des international isolierten Landes. Dabei kamen der Uno-Botschafter Nordkoreas und der amtierende Sonderbeobachter für Menschenrechte in Nordkorea, der Indonesier Marzuki Darusman, zusammen.

In der nordkoreanischen Mitteilung, aus der die Nachrichtenagentur AP zitiert, heißt es gewohnt blumig, der Uno-Gesandte sei "glücklich gewesen, von unserer Seite zu hören" und "sehr optimistisch" mit Blick auf einen Besuch. So weit wollte die Uno selbst nicht gehen, von dort gibt es außer der Bestätigung des Treffens keine Angaben zum Inhalt.

Allzu optimistisch dürften die westlichen Beobachter ohnehin nicht sein. Der Vorstoß aus Pjöngjang ist nur der jüngste in einer Serie von Versuchen, noch härtere Sanktionen der internationalen Gemeinschaft abzuwenden. Zuletzt hatte Nordkorea unter anderem einen eigenen Bericht über die Lage der Menschenrechte in seinen Grenzen vorgelegt - und sich darin kräftig selbst gelobt.

Internationale Beobachter gehen dagegen davon aus, dass in dem Land mehr als 120.000 Menschen in Straflagern inhaftiert sein könnten. Dazu kommt es immer wieder zu Massenhinrichtungen, willkürlichen Verhaftungen und anderen Verstößen gegen die Menschenrechte. Das geht aus dem letzten Bericht einer Uno-Kommission unter der Leitung von Darusman hervor. Die Gruppe hatte unter anderem eine große Zahl an Flüchtlingen aus Nordkorea zur Lage im Land befragt.

In dieser Woche wird die Kommission ihr aktuellstes Papier vorlegen - der Zeitpunkt für die Geste aus Nordkorea dürfte also nicht zufällig gewählt sein.

Kritik des Westens - Beschwichtigung aus Peking

Denn was bisher aus dem Bericht durchgesickert ist, wird das Regime erwartungsgemäß noch weiter unter Druck setzen. Schon der letzte Bericht, der teils grausamste Details aus dem Gefängnissystem Nordkoreas schilderte, hatte die Rufe nach einem Einschreiten des Internationalen Strafgerichtshofs verstärkt. Nun empfiehlt die Kommission "dringend einen solchen Schritt".

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Es wäre das bisher stärkste Signal des Westens gegen Pjöngjang, auch wenn mit dem Widerstand Chinas gerechnet werden muss. Peking steht der Führung unter Diktator Kim Jong Un nahe. Zuletzt betonte das chinesische Außenministerium, dass "eine Einmischung des Strafgerichtshofs wenig zur Verbesserung der Menschenrechte beitragen würde".

jok/AP



insgesamt 35 Beiträge
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orosee 28.10.2014
1.
Ist da nicht ein Unterschied, ob ein Staat einen Menschenrechtsbeauftragten zur Beobachtung zulaesst, oder ob ein Staat "auf Menschenrechtler macht"? Im Artikel jedenfalls steht nichts, was die schludrige Ueberschrift rechtfertigen wuerde.
ariovist1966 28.10.2014
2. Jedem eine Chance,
auch für Kim Jong Un. Vielleicht möchte er ja tatsächlich Veränderungen in seinem Land. Deshalb sollte man jede Chance dafür nützen. Auch zum Wohle der dortigen Bevölkerung.
berliner10999 28.10.2014
3. verstörend!
Was sagt uns jetzt diese Bilderreihe? unter jedem Bild steht etwas was mit dem Bild nichts zu tun hat...wieviele Tierfüsse dienen denn in Deutschland als Barhocker oder Türklinke? kennen Sie keinen Deutschen, der am Lagerfeuer sitzt und Fleisch brät? mich macht Ihre Berichterstattung wirklich langsam wütend... Objektive Berichterstattung geht anders....
wersoe 28.10.2014
4.
Die Zustände in Nordkorea könnten sicher besser sein, aber was soll dieser Satz ausdrücken: "Unter den Tausenden Menschen, denen wir auf unserer Reise begegnet sind, waren nur zwei deutlich übergewichtig"
pinkmoon 28.10.2014
5. Jaja
bei dem so freundlich lächelnden Dickerchen kann das Land ja gar nicht so schlecht sein, oder? Walt Disneys Schweinchen Dick fand ich als Kind auch schon sympathisch. Immer wieder toll sind die sich rechts im Hintergrund befindlichen obligatorischen Herren mit Schirmmütze, die alle Weisheiten und Ergüsse des vor Lebenserfahrung so strotzenden, ach so geliebten Führers protokollieren - einfach klasse! Scheint wohl in NK ein eigenständiger und wichtiger Beruf zu sein, der Protokolleur. Gibt's dort sicherlich als staatlich anerkannte Ausbildung! Lach!
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