Menschenrechte Iran lässt 18-Jährigen hinrichten

Er war minderjährig, als er einen Mord verübte - jetzt ist in Iran ein 18-Jähriger für seine Tat hingerichtet worden. Erst vor einer Woche wendete das Land in einem ähnlichen Fall die Todesstrafe an.


Teheran - Tod durch den Strang: In Iran wurde am Mittwoch der 18-jährige Behnam Saree gehängt, der als Minderjähriger einen Mord verübt hatte. Wie die Tageszeitung "Etemad" am Mittwoch berichtete, wurde der junge Mann im Gefängnis der südiranischen Stadt Schiras gehängt. Er hatte vor drei Jahren einen anderen Jugendlichen im Streit auf der Straße mit einer Axt erschlagen. Saree sagte aus, er habe sein Opfer nicht töten wollen und entschuldigte sich bei der Familie des Toten.

Erst vor einer Woche war ein 20-Jähriger hingerichtet worden, der mit 15 Jahren einen Mord begangen hatte. Iran hatte 1976 den Uno-Zivilpakt und 1994 die Kinderrechtskonvention unterzeichnet und sich damit verpflichtet, keine zum Tatzeitpunkt Minderjährigen hinzurichten. Das Europaparlament hatte im Juni die Hinrichtung Minderjähriger in Iran in einer Entschließung scharf verurteilt. Die europäische Volksvertretung wies dabei auch auf Berichte hin, nach denen in Iran mehr als hundert Häftlinge mit der Hinrichtung für Vergehen rechnen müssten, die sie als Minderjährige begangen hatten.

Seit dem Amtsantritt von Präsident Mahmud Ahmadinedschad 2006 stieg die Zahl der Hinrichtungen deutlich. Allein seit Jahresbeginn wurden in Iran insgesamt mindestens 175 Menschen hingerichtet. In dem Land steht unter anderem auf Mord, Vergewaltigung, Drogenhandel und Ehebruch die Todesstrafe.

hen/AFP



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