Neuer Kanzler Österreichs in Berlin Merkel und Kern demonstrieren Zusammenhalt

Beim Antrittsbesuch des österreichischen Kanzlers Christian Kern in Berlin haben er und Angela Merkel ihre Gemeinsamkeiten betont - auch in der Flüchtlingspolitik.

Angela Merkel und Christian Kern
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Angela Merkel und Christian Kern


In der Flüchtlingskrise hatten Deutschland und Österreich zuletzt unterschiedliche Positionen, nun betonen beide Länder, was sie gemeinsam haben: das EU-Flüchtlingsabkommen mit der Türkei, die Bemühungen um einen besseren Schutz der europäischen Außengrenzen sowie eine Bekämpfung der Fluchtursachen. Das zählten Bundeskanzlerin Angela Merkel und der neue österreichische Kanzler Christian Kern bei dessen Antrittsbesuch in Berlin auf.

Kern betonte, er wolle eng mit der deutschen Regierung zusammenarbeiten. Es habe schon zuvor "intensive Diskussionen" gegeben, und er wolle diese "auch in der guten Form fortsetzen", sagte er.

Merkel und Kern sprachen sich im Anschluss an das Treffen im Kanzleramt für eine solidarische Verteilung von Flüchtlingen in der EU aus. Beide Länder seien "natürlich für eine faire Verteilung der Flüchtlinge auch innerhalb der Europäischen Union", sagte Merkel.

Kern hatte Mitte Mai die Leitung der Regierung in Wien übernommen, nachdem der bisherige Kanzler Werner Faymann wegen der Niederlage seiner Partei bei der Präsidentenwahl sowie wegen des koalitionsinternen Streits um die Flüchtlingskrise zurückgetreten war. Faymann hatte im vorigen September zunächst gemeinsam mit Merkel eine liberale Flüchtlingspolitik betrieben, im Frühjahr dann aber eine Kehrtwende vollzogen.

Die Entscheidung seines Vorgängers sei auch aus der Sorge heraus getroffen worden, dass die eigene Bevölkerung kein Verständnis mehr für den Kurs aufgebracht habe. "Das ist doch reichlich schnell gekippt", sagte Kern, ohne das Erstarken der rechtspopulistischen FPÖ in seinem Land direkt zu erwähnen.

Auf die Frage, ob mit Kern das Verhältnis beider Länder besser als zuvor sei, antwortete Merkel: "Ich kann unmöglich erklären, dass die Beziehungen gestern schlecht waren." Die österreichisch-deutschen Beziehungen seien gut, freundschaftlich und eng - "und werden das auch bleiben". Wenn es unterschiedliche Meinungen gebe, habe man gelernt, sich "in gepflegter Art und Weise" darüber auszutauschen. Kern sprach von einer "exzellenten nachbarschaftlichen Beziehung".

vks/dpa/AFP

insgesamt 7 Beiträge
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musca 23.06.2016
1. Also, ich weiß nicht was ich davon halten soll.
Unser neuer Kanzler , ( und dieser ist eben auch nicht gewählt) sondern hat das Amt vom zurückgetreten Vorgänger quasi " vererbt " bekommen, hat das Amt ohne Wahlen übernommen, ordnet sich gleich mal vorschnell gleich der Politik der deutschen Kanzlerin unter...??? Ob das gutgehen kann ??? Da bin ich skeptisch, ob das mit dem Herrn Kern als neuen Bundeskanzler gutgehen kann, oder ob nicht doch früher oder später vorgezogene Nationalratswahlen noch anstehen könnten. Das kommt nicht gut an , bei vielen Österreichern wenn der neue Kanzler kaum im Amt schon den Pudel von Frau Merkel spielt. Sorry, musste ich loswerden- kann natürlich zensiert werden.
lemmy 23.06.2016
2. Für was genau dieser Kern steht, weiß keiner
Zwischen den Zeilen und abseits der üblichen Blablas kann man nur schwerlich etwas aussagekräftiges finden. "Gerechte" Verteilung ? Kleinster gemeinsamer Nenner ? Oder macht dieser Manager auch nur mit dem Rücken- bzw. Gegenwind aus der FPÖ so weiter wie sein Vorgänger Fayrmann ? Letzterer war leider nur ein Bauernopfer und m.E. ein besserer Politiker als dieser aalglatte Manager-Typ. Fayrmanns Scheitern hat er letztendlich nur der Merkel zu verdanken, denn bislang durften alle anderen ihre Suppe auslöffeln, nur sie selbst nicht. Aber auch ihre Zeit wird kommen. Bald.
chrimirk 23.06.2016
3. Wenigstens diese zwei Staaten können miteinander.
Das wäre gut für die EU. Nach dem Brexit-Ausgang muss die EU dringend und gründlich reformiert werden. Nur Kosmetik hilft nicht. Der Sinn und Zweck der EU ist neu zu fassen, die Regularien sind zu verschärfen und wer die Regeln verletzt, fliegt. Basta.
hansriedl 23.06.2016
4. Schlimm für Österreich
Kanzler Kern wird so weiter machen, wie es sein Vorgänger getan hat. Als Steigbügelhalter von Merkel wird er, willenlos wie er ist nun mal ist wird er ihre Fl. Politik mit tragen. Strache muss nur abwarten, die Zeit arbeitet für ihn.
lövgren 23.06.2016
5.
Zitat von hansriedlKanzler Kern wird so weiter machen, wie es sein Vorgänger getan hat. Als Steigbügelhalter von Merkel wird er, willenlos wie er ist nun mal ist wird er ihre Fl. Politik mit tragen. Strache muss nur abwarten, die Zeit arbeitet für ihn.
Schlimm für Österreich halte ich wiederum die fpö-Wähler. Es ist selbst in AfD/Pegida-das muss man doch noch sagen dürfen-Zeiten unfassbar, was die rechten Wählern übers Netz an Unrat auskotzen. Strache und die Salzburger fpö-Vorsitzende posten Nazi-Lieder zu Sonnwende-Bildern und der braune Mob fällt über diejenigen her, die das hinterfragen. Kern hat auf jeden Fall in einem recht. Die Nazis um Strache und seine fpö haben noch nirgends, aber schon gar nirgends eine politische Leistung gezeigt. Kärnten in den Ruin führen, dazu muss man schon so inkompetent sein, dass es keine Begrifflichkeit dafür mehr gibt.
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