Gedenkfeier zum D-Day Merkel würde neben Putin sitzen

Russlands Präsident Putin ist bei westlichen Staatschefs momentan äußerst unbeliebt. Bei einer Gedenkfeier zum D-Day wollen einige, so das Gerücht, auf keinen Fall neben ihm sitzen. Die deutsche Kanzlerin gibt sich locker.
Kanzlerin Merkel und Präsident Putin (Archivbild von 2013): "Sie hält sich an die Sitzordnung"

Kanzlerin Merkel und Präsident Putin (Archivbild von 2013): "Sie hält sich an die Sitzordnung"

Foto: Mikhail Klimentyev/ AP/dpa

Berlin - Bundeskanzlerin Angela Merkel hätte kein Problem damit, bei einer Gedenkfeier zum D-Day in der Normandie neben dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zu sitzen.

Regierungssprecher Steffen Seibert stellte am Mittwoch klar: "Die Bundeskanzlerin pflegt sich dahin zu setzen und dahin zu stellen, wo die Gastgeber finden, dass sie sitzen und stehen sollte." Die französische Regierung sei für die Feierlichkeiten verantwortlich - und damit auch für die Sitz- und Stehordnung.

Die Feierlichkeiten zum 70. Jahrestag der Landung der Alliierten des Zweiten Weltkriegs in der Normandie finden kommende Woche Freitag statt.

Merkel hatte zuvor ausdrücklich die Teilnahme Putins an den Feierlichkeiten gelobt. Sie betonte: "Ich habe mich sehr dafür eingesetzt, dass der russische Präsident dazu kommt."

Hollande lädt auch Poroschenko ein

Nach Informationen der "Bild"-Zeitung haben mehrere Staats- und Regierungschefs - darunter US-Präsident Barack Obama und Queen Elizabeth II. - allerdings signalisiert, dass sie nicht neben Putin auf der Ehrentribüne sitzen oder auf dem Abschlussfoto stehen wollten.

Frankreichs Präsident François Hollande bemüht sich aber offenbar, ein guter Gastgeber zu sein. Er wird Putin einen Tag vor der Gedenkfeier im Elysée-Palast empfangen. Putin komme am 5. Juni zu einem "informellen Treffen" nach Paris, teilte der Kreml mit.

Hollande und Putin werden nach den Angaben aus Moskau über verschiedene internationale Fragen sprechen, "insbesondere über die Ukraine-Krise". Das Zweiertreffen Hollandes mit Putin ist das erste persönliche Gespräch eines G-7-Staats- oder Regierungschefs mit dem russischen Präsidenten seit der Eskalation der Krim-Krise.

Auch zu einem Zusammentreffen von Putin mit dem neuen ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko könnte es bei den D-Day-Feierlichkeiten kommen. Der der Elysée-Palast teilte mit, Hollande habe Poroschenko die bei einem Telefonat zu den Zeremonien eingeladen.

kgp/dpa/AFP
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