Streit mit Mexiko Trump will bewaffnete Soldaten an Grenze entsenden

Donald Trump wirft mexikanischen Soldaten vor, gegen Nationalgardisten an der Grenze die "Waffe gezogen" zu haben. Der US-Präsident kündigte eine entschiedene Reaktion an.

Berittene Grenzpatrouille an der Grenze zwischen USA und Mexiko
AFP

Berittene Grenzpatrouille an der Grenze zwischen USA und Mexiko


US-Präsident Donald Trump will "bewaffnete Soldaten" an die Grenze zu Mexiko entsenden. Das kündigte er auf Twitter an. Mexikanische Soldaten hätten kürzlich Waffen gegen amerikanische Soldaten gezogen, "vielleicht als Ablenkungsmanöver für Drogenschmuggler an der Grenze". Er drohte: "Das sollte besser nicht noch mal passieren!" Jetzt würden bewaffnete Soldaten an die Grenze geschickt.

Das US-Magazin "Newsweek" hatte kürzlich von einem Vorfall in einem entlegenen Grenzgebiet in Texas berichtet. Demnach hatten mexikanische Soldaten einen US-Soldaten am 13. April an der Grenze gestoppt und ihm zunächst die Waffe abgenommen. Angeblich waren die Mexikaner davon ausgegangen, sich auf mexikanischem Boden zu befinden - dabei war es US-Gebiet.

Trump warf Mexiko erneut vor, nicht genug zu tun, um Migranten auf ihrem Weg in die USA festzusetzen und zurückzuschicken. In den vergangenen Wochen hatten mexikanische Behörden mehr Migranten festgenommen. Erst am Dienstag hatte die Polizei die Festsetzung von 371 Menschen im Süden des Landes mitgeteilt. Der US-Präsident hatte die Mexikaner zuletzt mehrfach für ihren Einsatz gelobt.

Jedes Jahr fliehen Hunderttausende Menschen vor Gewalt und Armut in Mittelamerika und versuchen, in die USA zu gelangen. Die US-Regierung will sie nicht ins Land lassen. Zur Unterstützung der amerikanischen Grenzschutzbehörde hatte Trump unter anderem Soldaten an die Grenze geschickt, deren Mission ist jedoch stark beschränkt. Sie leisten den Grenzschutzbeamten logistische Unterstützung vor allem bei der Kontrolle von Einwanderern aus Lateinamerika.

Mehrfach drohte er mit der Schließung der Grenze, sollten die Länder der Region die massiven Migrationsbewegungen nicht stoppen. Im März wurden an der Südgrenze der USA 103.492 Menschen aufgriffen, die höchste Zahl seit zwölf Jahren.

als/dpa/AFP

insgesamt 18 Beiträge
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Seite 1
flux71 24.04.2019
1.
Ist das jetzt wirklich sein Ernst? Krieg mit Mexiko? Der hat sie doch nicht mehr alle! Also langsam reicht's echt.
zeichenkette 24.04.2019
2. Diese aberwitzigen Unterstellungen immer..
Meint Trump ernsthaft, das mexikanische Militär arbeitet mit Drogenschmugglern zusammen, und beide tun das gezielt, um den USA zu schaden? Diese Aussage, dass das Militär als Ablenkungsmanöver für Drogenschmuggler an der Grenze dient, ist sowas von irrsinnig, das einem die Worte fehlen. Aber das ist immer dasselbe mit Leuten, die überall nur Feinde sehen, die sich gegen sie zusammentun, nur um ihnen zu schaden. Das grenzt schon an Verfolgungswahn oder zielt raffiniert auf Leute, die selber an Verfolgungswahn leiden.
madlex 24.04.2019
3.
Der Tweet ist an einer entscheidenden Stelle falsch übersetzt. "Probably" bedeutet "vermutlich" und nicht "vielleicht". Das ist ein signifikanter Unterschied.
Atheist_Crusader 24.04.2019
4.
Zitat von zeichenketteMeint Trump ernsthaft, das mexikanische Militär arbeitet mit Drogenschmugglern zusammen, und beide tun das gezielt, um den USA zu schaden? Diese Aussage, dass das Militär als Ablenkungsmanöver für Drogenschmuggler an der Grenze dient, ist sowas von irrsinnig, das einem die Worte fehlen. Aber das ist immer dasselbe mit Leuten, die überall nur Feinde sehen, die sich gegen sie zusammentun, nur um ihnen zu schaden. Das grenzt schon an Verfolgungswahn oder zielt raffiniert auf Leute, die selber an Verfolgungswahn leiden.
Das ist die Logik eines Mannes dessen Verständnis der Realität nicht viel weiter geht als Fernsehserien. Trump glaubt vermutlich wirklich, dass man nur eine kleine Ablenkung bräuchte um durch die Linien zu brechen, und sobald das dann geschafft ist, hätte man gewonnen. Fairerweise: Ein Teil des mexikanischen Militärs ist durchaus in der Tasche der Kartelle. Allerdings sind die Kartelle auch nicht so blöd, ihre Gekauften dann für solche albernen Ablenkungsmanöver zu verschwenden. Und allermeisten Drogen kommen ja sowieso über die regulären Grenzübergänge, versteckt im ganz normalen legalen Personen- und Warenverkehr. Aber diese alberne Verschwörungstheorie schafft die Idee einer Bedrohung, verschärft weiter das anti-mexikanische Feindbild das so viele seiner Anhänger schon haben und lässt ultimativ seine irrwitzigen Ideen ein bisschen rationaler erscheinen. Für Jemanden der nur ungefiltert Trumps Tweets und Fox News zu sehen bekommt, für den macht all der Unsinn durchaus Sinn.
Deeds447 24.04.2019
5. @zeichenkette
ganz so abwegig ist die Unterstellung nicht: eines der größten Kartelle, die sog. Templer setzte sich im Wesentlichen aus Polizisten, ehem. Eliteeinheiten der Armee und der mex. Bundespolizei zusammen, zu finden auch bei Wikipedia unter "Los Caballeros Templarios" ;)
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