Mexiko Finanzminister muss wegen Trump-Besuch zurücktreten

In Mexiko ist Donald Trump wegen seiner fremdenfeindlichen Parolen besonders verhasst. Trotzdem fädelte der Finanzminister des Landes einen offiziellen Besuch beim Präsidenten ein. Nun musste er zurücktreten.

Mexikos Präsident Enrique Peña Nieto und Donald Trump
REUTERS

Mexikos Präsident Enrique Peña Nieto und Donald Trump


Nach dem umstrittenen Besuch des US-Präsidentschaftskandidaten Donald Trump in Mexiko hat der mexikanische Finanzminister Luis Videgaray seinen Rücktritt eingereicht.

Trotz zahlreicher antimexikanischer Ausfälle hatte der Präsident des Landes, Enrique Peña Nieto, Trump offiziell empfangen. Das Treffen Ende August kam offenbar auf Betreiben von Videgaray zustande, der ein enger Vertrauter des Präsidenten ist. Er leitete dessen Wahlkampf und galt als einer der einflussreichsten Minister im Kabinett. Nun muss er das Amt abgeben, Nachfolger wird wohl José Antonio Meade, der bereits in der Vorgängerregierung Finanzminister war.

Die Zustimmungswerte für Präsident Nieto sind im Keller. Zuletzt befürworteten nur noch 29 Prozent der Mexikaner seine Regierungsführung von Peña Nieto. Sie kreiden ihm Menschenrechtsverletzungen und schlechte Wachstumszahlen an.

Die Visite Trumps war schon vor dessen Einreise nach Mexiko Ende August scharf kritisiert worden: Im Wahlkampf verunglimpfte der republikanische Kandidat Mexikaner zuvor mehrfach als Vergewaltiger. Millionen mexikanische Einwanderer will Trump aus den USA abschieben, sollte er im November bei der US-Präsidentschaftswahl im November gegen Hillary Clinton gewinnen. Und an der Grenze soll eine Mauer entstehen, für die Mexiko zahlen soll - eine Forderung, die er auch beim Präsidentenbesuch wiederholte.

cht/dpa



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