Waffenexport Heckler & Koch lieferte Tausende Sturmgewehre an Mexiko

Der Mexiko-Deal von Heckler & Koch war größer als bisher bekannt. Nach SPIEGEL-Informationen exportierte das Rüstungsunternehmen mehr als 10.000 Sturmgewehre in das nordamerikanische Krisenland.
Sturmgewehr G36 von Heckler & Koch: Geschäfte mit Mexiko

Sturmgewehr G36 von Heckler & Koch: Geschäfte mit Mexiko

Foto: JORGE DAN LOPEZ/ REUTERS

Hamburg - Die Firma Heckler & Koch hat deutlich mehr Gewehre vom Typ G36 nach Mexiko geliefert, als die Bundesregierung in ihren Rüstungsexportberichten angegeben hat. Das baden-württembergische Unternehmen exportierte rund 10.100 Sturmgewehre in das nordamerikanische Land, etwa 1500 mehr als bislang bekannt. (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

Das geht aus Daten des Kriegswaffenbuchs hervor, der vom Hersteller geführten Dokumentation über den Verbleib dieser Waffe. Die hatte der Grünen-Abgeordnete Hans-Christian Ströbele angefordert. G36-Gewehre tauchten auch in mexikanischen Bundesstaaten auf, deren Polizeieinheiten als korrupt gelten und mit Drogenkartellen kooperieren sollen.

Derzeit wird untersucht, ob die Heckler & Koch-Gewehre auch bei der Erschießung von 43 Studenten im Bundesstaat Guerrero eingesetzt wurden. "Jetzt hat das Versteckspiel der Geheimniskrämer im Ministerium und der Behörde endlich ein Ende", so Ströbele.

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