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06. Juli 2009, 07:07 Uhr

Mexiko

Opposition gewinnt Parlamentswahl

Herbe Niederlage für die konservative Partei von Präsident Felipe Calderón: Ersten Ergebnissen zufolge hat die Opposition bei den Parlamentswahlen in Mexiko einen deutlichen Sieg errungen.

Mexiko-Stadt - Bei den Parlamentswahlen in Mexiko zeichnet sich ein klarer Erfolg der oppositionellen Partei der institutionalisierten Revolution (PRI) ab: Wie der Fernsehsender Televisa am Sonntag berichtete, kam die PRI laut Nachwahlbefragungen auf einen Stimmenanteil von 40 Prozent.

Die konservative Partei der Nationalen Aktion (PAN) von Präsident Felipe Calderón, die demnach nur 29 Prozent der Stimmen erreichte, gestand ihre Niederlage ein. Hohe Verluste fuhr ebenfalls die linke Partei der Demokratischen Revolution (PRD) ein: Sie lag den Angaben zufolge bei 15 Prozent.

"Wir erkennen das Wahlergebnis an und gratulieren der Partei der institutionalisierten Revolution", sagt der Parteivorsitzende der konservativen PAN, Germán Martínez.

Die PRI, die bis zum Jahr 2000 mehr als sieben Jahrzehnte ununterbrochen die mexikanische Politik dominierte, war im Abgeordnetenhaus zuletzt nur drittstärkste Kraft.

Themen im Wahlkampf waren die heftigen Folgen der Wirtschaftskrise sowie die Sicherheitslage im Land.

Bei der Wahl wurden alle 500 Sitze des Unterhauses neu bestimmt. Zwar hat sich der konservative Präsident seit Amtsantritt 2006 nicht auf eine Mehrheit im Kongress stützen können. Experten erwarten jedoch, dass tiefgreifende Reformen bei dem erwarteten Ausgang noch zurückhaltender angepackt werden.

Insgesamt waren rund 77 Millionen Mexikaner am Sonntag zur Stimmabgabe aufgerufen gewesen. Die Wahlbeteiligung habe bei 43 Prozent gelegen, hieß es.

Die Landeswährung Peso gab in Reaktion auf das Wahlergebnis deutlich nach und büßte 0,6 Prozent zum Dollar ein.

anr/dpa/Reuters/AFP

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