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Homo-Ehe: Weiß gegen bunt

Foto: YURI CORTEZ/ AFP

Mexico City Zehntausende demonstrieren gegen Homo-Ehe

Weiße Ballons gegen Regenbogenfahnen: In Mexico City demonstrierten Zehntausende gegen die gleichgeschlechtliche Ehe - wogegen wiederum Schwule und Lesben mobil machten.

Weiße Kleidung, weiße Ballons, Plakate mit Mutter-Vater-Kind-Motiven: So zogen am Samstag in Mexico City Gegner auf einem Protestmarsch gegen die Homo-Ehe durch die Stadt. Die Veranstalter sprachen von 215.000 Teilnehmer, die Behörden konnten diese Zahl jedoch nicht bestätigen.

Zweifellos aber waren die Straßen der mexikanischen Hauptstadt voll. Was auch daran lag, dass Aktivisten der LGBT-Gemeinschaft Gegendemos organisierten - wenngleich hierfür nicht solche Massen aktiviert werden konnten wie von der anderen Seite. Es wurden Regenbogenfahnen geschwenkt und Reden gehalten. "Sie mögen die Mehrheit sein", sagte der Gay-Aktivist Felipe Quiroz. "Aber nur weil sie die Mehrheit sind, können sie den Minderheiten nicht ihre Rechte verweigern."

Hintergrund der Auseinandersetzung ist der Plan des mexikanischen Präsidenten Enrique Peña Nieto, die gleichgeschlechtliche Ehe in ganz Mexiko zu legalisieren. Bislang dürfen Homosexuelle nur in einigen wenigen Bundesstaaten heiraten. Allerdings ist die Durchsetzung des Gesetzesvorhaben schwierig.

Muskelspiel der katholischen Kirche

Die Aufmärsche werden auch als Muskelspiel der katholischen Kirche gesehen, die auf diese Weise die Politik beeinflussen will. 80 Prozent der mexikanischen Bevölkerung sind als Katholiken eingetragen, wer sich als Politiker für die Homo-Ehe einsetzt, verspielt gewissermaßen Wählerpotenzial.

Das hat Präsident Enrique Peña Nieto auch im Juni bei den Zwischenwahlen zu spüren bekommen. Dort war seine Partei der Institutionalisierten Revolution für Homo-Ehe-Pläne abgestraft worden. Seitdem ist das Gesetzesvorhaben für seine Durchsetzung im mexikanischen Kongress erst einmal auf Eis gelegt.

cbu/AP
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