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01. Oktober 2016, 07:51 Uhr

MH17-Bericht

Russland bestellt niederländischen Botschafter ein

Wer ist für den Abschuss von Flug MH17 verantwortlich? Der Bericht eines Expertenteams unter niederländischer Führung belastet Russland schwer, der Kreml weist die Vorwürfe zurück - und reagiert nun brüsk.

Das russische Außenministerium bestellt wegen der Ermittlungen zum Absturz von Flug MH17 über der Ostukraine den niederländischen Botschafter ein. Bei dem Treffen am 3. Oktober werde die russische Regierung deutlich machen, warum sie die Ergebnisse der Untersuchung ablehne, teilte das Ministerium mit. Das Vorgehen der Ermittler habe "in eine falsche Richtung" gewiesen.

Zuvor hatte das niederländische Außenministerium den russischen Botschafter wegen kritischer Äußerungen zu den Ermittlungen einbestellt. Das russische Außenministerium hatte die Untersuchung am Mittwoch als "parteiisch und politisch motiviert" bezeichnet.

Die Ermittler hätten der Ukraine erlaubt, Beweise zu fingieren und den Fall zu ihren Gunsten zu beeinflussen. Russische Radardaten würden zeigen, dass die Boeing 777 nicht vom Gebiet der prorussischen Separatisten aus beschossen worden sei, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow. Er sprach von "unwiderlegbaren Beweisen".

Am Mittwoch hatte ein internationales Untersuchungsteam unter niederländischer Führung nach zweijähriger Untersuchung das Ergebnis präsentiert: Demnach wurde Flug MH17, eine Passagiermaschine mit 298 Menschen an Bord, am 17. Juli 2014 mit einer russischen Buk-Rakete aus einem von Rebellen gehaltenen Dorf abgeschossen. Russland, das nicht an der Untersuchung beteiligt war, hat in der Zeit seit der Tragödie widersprüchliche Angaben zum möglichen Hergang gemacht.

Video- Animation der Ermittler (13.10.2015): So wurde Flug MH17 abgeschossen

mxw/Reuters

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