Der Bundesnachrichtendienst (BND) kommt in einer detaillierten Analyse zu dem Schluss, dass prorussische Rebellen für den Absturz der malaysischen Passagiermaschine, Flug MH17, in der Ostukraine verantwortlich seien.
In einem Vortrag vor den Mitgliedern des Parlamentarischen Kontrollgremiums präsentierte BND-Präsident Gerhard Schindler am 8. Oktober umfangreiche Belege, darunter eine Auswertung von Satellitenaufnahmen und verschiedenen Fotos. Demnach erbeuteten prorussische Separatisten ein russisches Buk-Luftabwehrraketensystem von einem ukrainischen Stützpunkt und feuerten damit am 17. Juli eine Rakete ab, die direkt neben der malaysischen Maschine mit 298 Menschen an Bord explodierte.
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Bereits unmittelbar nach dem Unglück hatten Indizien auf einen Abschuss durch prorussische Milizen hingedeutet. Seitdem beschuldigen die russische und die ukrainische Regierung sich gegenseitig, für den Absturz verantwortlich zu sein. Eine niederländische Untersuchungskommission vermied nach Auswertung des Flugschreibers Schuldzuweisungen.
Der BND kam zu eindeutigen Ergebnissen: Ukrainische Aufnahmen seien gefälscht, sagte Schindler, das lasse sich anhand von Details erkennen. Auch russische Darstellungen, wonach die Rakete von ukrainischen Soldaten abgefeuert wurde und ein ukrainischer Jagdbomber in der Nähe der Passagiermaschine geflogen sei, seien falsch.
Schindler: "Es waren prorussische Separatisten." Vier Deutsche starben in der Maschine. Wie ein Sprecher bestätigte, hat die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe Ermittlungen gegen unbekannt eingeleitet, da es sich bei dem Absturz um ein Kriegsverbrechen handeln könnte.
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Absturzstelle des Flugs MH17 in der Ostukraine (aufgenommen am 15. Oktober): Wer trägt die Schuld am Tod der 298 Menschen, die bei der Flugzeugkatastrophe am 17. Juli ums Leben gekommen sind?
In einer detaillierten Analyse kommt der Bundesnachrichtendienst zu einem eindeutigen Ergebnis: Hinter dem Abschuss der Passagiermaschine stecken prorussische Separatisten. Dies erklärte BND-Präsident Gerhard Schindler nach Informationen des SPIEGEL am 8. Oktober vor den Mitgliedern des Parlamentarischen Kontrollgremiums.
Bewaffneter Separatist auf abgerissenem Leitwerk von Flug MH17 (am 17. Juli): Knapp acht Wochen nach dem Absturz hatte der niederländische Sicherheitsrat OVV seinen Zwischenbericht veröffentlicht. Die Experten mieden damals jedoch eine klare Schuldzuweisung. Da sind die deutschen Behörden weniger zurückhaltend.
Die Boeing 777 der Malaysia Airlines war über der Ostukraine abgestürzt. Hier ist das Flugzeug kurz nach dem Start in Amsterdam zu sehen.
Absturzstelle bei Grabovo in der Ukraine: Laut Zwischenbericht brach die Maschine in der Luft auseinander; die Trümmerteile sind über mehrere Kilometer verteilt. Grund laut BND: ein Treffer mit einer Luftabwehrrakete, abgefeuert durch prorussische Rebellen.
Bewaffneter Separatist auf abgerissenem Leitwerk von Flug MH17 (am 17. Juli): Knapp acht Wochen nach dem Absturz hatte der niederländische Sicherheitsrat OVV seinen Zwischenbericht veröffentlicht. Die Experten mieden damals jedoch eine klare Schuldzuweisung. Da sind die deutschen Behörden weniger zurückhaltend.
Foto: MAXIM ZMEYEV/ REUTERSMelden Sie sich an und diskutieren Sie mit
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