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24. Juli 2014, 12:16 Uhr

MH17-Abschuss

Russland fordert Beweise gegen Separatisten

Die EU berät über stärkere Sanktionen gegen Russland, der Kreml geht in die Offensive: Moskau fordert die USA und die Ukraine auf, Beweise für eine Beteiligung der Separatisten am Abschuss von Flug MH17 vorzulegen.

Moskau - Russland drängt die USA und die Ukraine, ihre Beweise zum Abschuss der malaysischen Passagiermaschine MH17 in der Ostukraine vorzulegen. Es gebe bisher keinen einzigen Hinweis für die behauptete Beteiligung von prorussischen Separatisten am Absturz der Boeing, sagte Vizeverteidigungsminister Anatoli Antonow. Beim Absturz der Boeing 777-200 im Separatistengebiet starben am 17. Juli fast 300 Menschen.

Es werde zwar immer wieder auf Erkenntnisse der US-Geheimdienste und auf Satellitenfotos verwiesen, die einen Raketenstart von dem Konfliktgebiet aus belegen sollen, sagte Antonow. "Aber wo sind diese Beweise?", fragte der Militärfunktionär im russischen Staatsfernsehen. Die Ukraine gibt Russland die Schuld an dem Absturz, die USA werfen den Separatisten den Abschuss vor.

Russland hatte bereits kritisiert, dass unmittelbar nach dem Absturz die Ukraine ihre Version von dem Abschuss durch Separatisten präsentierte, ohne die internationale Untersuchung abzuwarten. Besonders wertvoll für die Ermittler seien die Gespräche der ukrainischen Fluglotsen mit der Boeing-Crew, sagte der frühere Kommandeur der russischen Luftstreitkräfte, Alexander Maslow, der Agentur Interfax.

EU berät über schärfere Sanktionen

Die ukrainische Seite halte diese Aufnahmen aber unter Verschluss. "Warum fordert niemand außer Russland die sofortige Herausgabe?", fragte Maslow. Der Fall erinnere ihn an den Abschuss einer russischen Passagiermaschine durch die ukrainischen Streitkräfte über dem Schwarzen Meer, der 2001 von Kiew ebenfalls nicht zugegeben worden sei, sagte Maslow. 78 Insassen des Flugzeugs starben damals.

Die EU-Staaten wollen am Donnerstag die Sanktionen gegen Russland verschärfen. Bei einem Treffen der EU-Botschafter in Brüssel sollen weitere Verantwortliche und vermutlich auch Unternehmen auf die Sanktionsliste gesetzt werden. Bisher belegte die EU 72 Ukrainer und Russen mit Einreiseverboten und Kontosperren. Als Reaktion auf den mutmaßlichen Abschuss des Flugs MH17 über der Ostukraine werden auch weitere Strafmaßnahmen beraten, die auf die russische Wirtschaft zielen.

Die EU-Kommission macht Vorschläge dazu, Rüstungsgeschäfte und den Handel mit militärisch wie zivil nutzbaren Gütern sowie Schlüsseltechnologien vor allem auch im Energiesektor einzuschränken. Außerdem könnte für russische Unternehmen der Zugang zu den europäischen Finanzmärkten blockiert werden. Wann ein solcher Maßnahmenkatalog verabschiedet wird, ist noch offen. Es ist nicht ausgeschlossen, dass dafür ein Sondergipfel der EU-Staats- und Regierungschefs einberufen wird.

als/dpa/AFP

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