Florida Paketbomben in den USA - Verdächtiger festgenommen

Im Fall der verschickten Paketbomben an prominente Trump-Kritiker gibt es eine Festnahme. Laut US-Justizministerium ist eine Person in Florida in Gewahrsam genommen worden.

AFP/ WPLG

Bei der Fahndung nach dem Absender der mutmaßlichen Briefbomben in den USA hat es eine erste Festnahme gegeben. Das teilte das Justizministerium in Washington mit, ohne zunächst weitere Angaben zu machen.

Es soll sich um den 56-jährigen Cesar S. handeln, berichten US-Medien unter Berufung auf Vollzugsbeamte. Demnach wurde der Mann auf dem Parkplatz eines Geschäfts für Autoersatzteile in der Stadt Plantation im Bundesstaat Florida festgenommen.

Dem Anschein nach handelt es sich bei dem Hauptverdächtigen um einen Trump-Anhänger. TV-Bilder im Zusammenhang mit der Festnahme zeigen einen weißen Kleinbus mit Trump-Bildern und dem Präsidentensiegel.

Seit Montag waren insgesamt zwölf der potenziell gefährlichen Sendungen an Kritiker von Präsident Donald Trump aufgetaucht. Die verdächtigen Päckchen waren an prominente demokratische Politiker wie Ex-Präsident Barack Obama, dessen frühere Außenministerin Hillary Clintonund Ex-CIA-Direktor John Brennan adressiert, wurden aber rechtzeitig abgefangen. Es wurde niemand verletzt.

Die Sprecherin des Ministeriums, Sarah Flores, teilte auf Twitter mit, man wolle weitere Details auf einer Pressekonferenz bekannt geben.

US-Präsident Donald Trump wurde nach eigenen Angaben von Vertretern des Justizministeriums über die Festnahme des Verdächtigen unterrichtet. Diese "terrorisierenden Akte" hätten "keinen Platz in unserem Land", sagte Trump. Man dürfe nicht zulassen, dass sich politische Gewalt in den USA etabliere.

Trump hatte zuvor beklagt, der Bombenalarm treffe seine Republikanische Partei in der Schlussphase des Wahlkampfes für die Kongresswahlen. "Dieses Bombenzeugs" habe zur Folge, dass sich die Dynamik zugunsten seiner Partei "stark verlangsamt" habe, weil es in den Nachrichten nicht mehr um "Politik" gehe, schrieb er kurz vor der Bekanntgabe der ersten Festnahme im Kurzbotschaftendienst Twitter. Dies sei "sehr bedauerlich".

Nach den Funden der mutmaßlichen Bomben hatte Trump zu mehr Anstand in der politischen Debatte aufgerufen. Gleichzeitig gab er aber auch den Medien eine Mitschuld. "Die Medien stehen auch in der Verantwortung, einen zivilisierten Ton zu setzen und die endlosen Anfeindungen sowie die ständigen negativen und oft falschen Angriffe und Geschichten zu stoppen", sagte er auf einer Wahlkampfveranstaltung.

Die gepolsterten Umschläge waren jeweils mit sechs Briefmarken frankiert und trugen laut der Bundespolizei in mindestens fünf Fällen als Absender den Namen der Abgeordneten Debbie Wasserman Schultz, die von 2011 bis 2016 Parteichefin der Demokratischen Partei war. Die Adressen waren gedruckt und nicht von Hand geschrieben.

Zumindest in einigen der zwölf Pakete befanden sich Plastikrohre mit Schwarzpulver und Zünder. Das FBI ging zunächst davon aus, dass sie hätten explodieren können.

mst/dpa/AFP



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