US-Milliardär Bloomberg schließt Kandidatur bei Präsidentschaftswahl aus

"Ich glaube, ich würde Donald Trump schlagen", sagt Michael Bloomberg - gegen ihn antreten will der frühere Bürgermeister von New York nun aber doch nicht. Grund seien auch die bereits zahlreichen Bewerber bei den Demokraten.

Michael Bloomberg
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Der Medienunternehmer Michael Bloomberg wird nicht für die US-Demokraten ins Rennen um das Weiße Haus gehen. Das kündigte der Milliardär, einer der reichsten Männer der Welt, am Dienstag an. "Ich glaube, ich würde Donald Trump schlagen", heißt es in einer von Bloomberg im Internet verbreiteten Stellungnahme. "Aber ich habe einen klaren Blick dafür, dass es schwierig ist, in einem solch großen Feld der Demokraten die Nominierung zu schaffen."

Bisher haben sich bereits 14 Frauen und Männer um die Kandidatur der Demokraten bei der Wahl im Jahr 2020 beworben. Darunter sind beispielsweise die Senatoren Bernie Sanders (mehr zu seinen Chancen erfahren Sie hier), Kamala Harris, Amy Klobuchar und Elizabeth Warren sowie der frühere Wohnungsbauminister Julian Castro. Eine Kandidatur des früheren Vizepräsidenten von Barack Obama, Joe Biden, wird ebenfalls erwartet.

Anstelle einer Kandidatur will Bloomberg seine Bemühungen verstärken, die Energieversorgung unabhängig von Öl, Gas und Kohle zu machen. Außerdem wolle er die Wiederwahl Trumps verhindern, erklärte der 77-Jährige - auf den nicht wenige Anhänger der Demokraten ihre Hoffnungen für die Wahl 2020 gesetzt hatten.

"Ich habe nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass ich Donald Trump für eine Gefahr für unser Land halte", heißt es in der Stellungnahme Bloombergs. Der frühere Bürgermeister von New York nahm auch Trumps Republikaner in die Verantwortung. "Die Republikaner im Kongress erfüllen nicht ihre verfassungsgemäße Pflicht, den Präsidenten zur Rechenschaft zu ziehen."

Einem Bericht der "Washington Post" zufolge hatte Bloomberg bereits weitreichende Vorbereitungen für eine mögliche Bewerbung getroffen. So soll er schon Büroflächen für ein Wahlkampf-Hauptquartier in New York ins Auge gefasst haben. Außerdem habe er intensiv Umfragen erstellen und Wahlkampfhelfer anwerben lassen.

Das große Bewerberfeld der Demokraten könnte nach Meinung von Experten zur Gefahr für die Partei werden, falls es zu langen Auseinandersetzungen unter den vielen Kandidaten kommen sollte. Parteiinterne Gefechte zehren Ressourcen auf und helfen in der Regel dem Gegenkandidaten.

In dieser Woche haben bereits einige Demokraten für das Präsidentschaftsrennen abgesagt: Der ehemalige Justizminister Eric Holder schloss am Montag eine Kandidatur ebenso aus wie der US-Senator Jeff Merkley und die ehemalige Außenministerin und Präsidentschaftskandidatin 2016, Hillary Clinton.

aar/dpa/AFP

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skon 06.03.2019
1. Schade!
Schade! Bloomberg waere genau der "no nonsense"-Typ gewesen den die USA braeuchten, nach 4 Jahren "pure nonsense"-Trump. Das war's wohl fuer Bloomberg, in seinem Alter wird er das naechste Mal auch nicht wieder antreten. Verstehe nicht warum er es nicht zumindest mal einmal versucht hat. Trump hat ja gezeigt dass alles moeglich ist und Umfragen auch nicht die Zukunft vorhersagen koennen mit 100% Richtigkeit.
Watschn 06.03.2019
2. Bloomberg wäre als Wallstreet-Hai der Dems natürlich keine Idealfigur
Und das weiss er auch selbst. Als Unabhängiger könnte er insbes. rund um New York recht Stimmen einsammeln. Aber das will er nicht, um die Dems in Big Apple nicht zu schaden. Ähnl. Probleme haben Joe Biden (kommt aus dem Steuerparadies Delaware, Wallstreet-Etabliert) u. Beto O'Rourke (lässt sich seinen Wahlkampf von der texanischen Ölindustrie sponsern). Und auch Hillary, die genauso den strengen Wallstreet-Geruch aufweist, hätte bei einem Antritt infolge diesen Sachverhalts u. ihrer Niederlage gegen Trump vor 4 Jahren defacto null Chancen gehabt... Der herausragende, u. gefähliche Kandidat bleibt der charismatische Howard Schultz, Quereinsteiger u. ehem. Geschäftsleiter von Starbucks, der aber als Unabhängiger vermutl. an den Start gehen will.., zum Leidwesen der Dems.
hansriedl 07.03.2019
3. Nochmals
einen Milliardär als Präsident der für die reichsten Steuern senkt? Aber, ein Bürgerlicher der sich für mehr Demokratie und Gerechtigkeit einsetzt hätte wohl keine Chance gegen das Kapital. So müssen die ärmsten weiterhin hoffen das Essenmarken nicht auf Wunsch des Kapital weg rationalisiert werden, zu Gunsten des Mammons.
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