Ex-Bürgermeister von New York Bloomberg will offenbar in US-Wahlkampf einsteigen

Erwägt Michael Bloomberg eine Präsidentschaftskandidatur für die US-Demokraten? Vor Monaten hatte der Milliardär noch abgewiegelt - jetzt hat er es sich laut einem Bericht der "New York Times" offenbar anders überlegt.

Michael Bloomberg: "Ich glaube, ich würde Donald Trump schlagen", sagte er schon im März
CHRISTOPHE PETIT TESSON/ DPA

Michael Bloomberg: "Ich glaube, ich würde Donald Trump schlagen", sagte er schon im März


Dass er Donald Trump für einen ungeeigneten US-Präsidenten hält, hat Michael Bloomberg nie verheimlicht. Trump sei gefährlich für die USA, sagte er beispielsweise im März dieses Jahres und erklärte dabei auch: "Ich glaube, ich würde Donald Trump schlagen." Gleichzeitig sagte Bloomberg damals aber auch, dass er nicht ins Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten einsteigen werde - das Bewerberfeld sei schlicht zu groß.

Laut der "New York Times" ("NYT") hat Bloomberg seine Meinung inzwischen geändert. Die Zeitung berichtet, dass der Medienunternehmer sich aktiv auf eine Kandidatur vorbereite. Noch in dieser Woche werde er demnach entsprechende Unterlagen einreichen, um sich als Kandidat registrieren zu lassen. Die "NYT" beruft sich dabei auf namentlich nicht genannte Personen, die mit den Plänen Bloombergs vertraut seien.

Demnach erwägt der Milliardär bereits seit Wochen, doch in den Wahlkampf einzusteigen. Eine finale Entscheidung habe er aber noch nicht getroffen.

Die Zeitung zitiert auch einen Berater Bloombergs, Howard Wolfson. Demnach ist der frühere New Yorker Bürgermeister besorgt darüber, dass die derzeitigen demokratischen Präsidentschaftskandidaten nicht gut genug aufgestellt seien, um Trump bei der Wahl 2020 zu schlagen. Den aktuellen US-Präsidenten betrachte Bloomberg als "beispiellose Bedrohung für unsere Nation", sagte Wolfson am Donnerstag.

Bloomberg war von 2002 bis 2013 Bürgermeister von New York. Er ist Medienunternehmer und einer der reichsten Männer der Welt. Er hat in der Vergangenheit immer mal wieder mit einem Einstieg ins Rennen um die Präsidentschaft geliebäugelt. Im März hatte die "Washington Post" berichtet, Bloomberg habe bereits weitreichende Vorbereitungen für eine mögliche Bewerbung getroffen. So soll er schon Büroflächen für ein Wahlkampf-Hauptquartier in New York ins Auge gefasst haben. Außerdem habe er intensiv Umfragen erstellen und Wahlkampfhelfer anwerben lassen.

Bloomberg war einst als Republikaner registriert. 2016 erwog er, als unabhängiger Kandidat ins Rennen ums Weiße Haus einzusteigen. Im vergangenen Jahr ließ er sich dann als Mitglied der demokratischen Partei registrieren.

aar

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bernteone 08.11.2019
1. Endlich mal ein wirklich wählbarer
Kandidat für die Demokraten , das wird Trump schwer im Magen liegen . Kein Politikfilz , genug Geld , nicht zu Links , also wirklich eine wählbare Alternative für alle Wähler die genug von Trumps Exzessen haben . Genau das hat den Demokraten bisher gefehlt , hoffentlich sind sie sich da einig und stehen geschlossen hinter Bloomberg . Sanders und Biden sind keine wirklichen Gegner für Trump . Da bin ich mal auf Trumps Reaktionen gespannt , hoffentlich hat Bloomberg keine Leichen im Keller .
bmvjr 08.11.2019
2. Ein echter
und ernst zu nehmender Silberstreif am Horizont - um Vieles weniger vorbelastet als Biden, statt dessen mit Erfahrung, Integritaet und Persoenlichkeit ausgestattet und finanziell unabhaengig, was in den USA als Kandidat fuer das Amt des Praesidenten ja leider ebenfalls wichtige Voraussetzung ist. Die Demokraten sollten diese goldene Gelegenheit nicht ungenutzt an sich voruebergehen lassen!
maxmarius 08.11.2019
3. Da kotzt Donald aber
Auf der Liste der Reichsten: einstellig gegen ferner liefen. Mal schauen, ob er jetzt mit dem Jammern anfängt, dass sie die reichen und elitären die Politik kaufen.
Watschn 08.11.2019
4. Klasse Entscheidung, entweder Schultz o. Bloomberg sollten eingreifen
Bin längst auch der Meinung dass die gegenwärtigen Dems-Kandidaten es nicht bringen. Biden ist enorm angeschlagen (Ukraine-Affäre u. 30-jahrelang Dealaware-Steueroase-Senator-Fuzzi) und liegt hinter Warren, Warren u. Sanders sind hingegen für US-Verhältnisse zu links(sozialistisch). (No chance gegen Trump). Hoffe noch auf ein Comeback von Howard Schultz (ex-Starbucks-Chef) als Unabhängiger- o. Demokraten-Kandidat. Oder nun auf Bloomberg (ebenfalls Dems-Kandidat oder Unabhängig..). Klasse, ich hoffentlich steigt er ins Rennen ein. Das Feuer beginnt so wieder zu lodern...!
dunnhaupt 08.11.2019
5. Bloomberg ist 77 Jahre alt
Also ein Jüngling, verglichen mit anderen Kandidaten der Demokraten.
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