Cohens Aussage im Kongress "Meine Loyalität zu Trump hat mich alles gekostet"

Rechtsverstöße und Lügen: Donald Trumps langjähriger Anwalt Michael Cohen hat in einer Anhörung vor dem Repräsentantenhaus schwere Vorwürfe gegen den US-Präsidenten erhoben. Die zentralen Zitate im Überblick.


Gleich zu Beginn der Anhörung in Washington fällte Michael Cohen ein vernichtendes Urteil über den Charakter des US-Präsidenten: "Er ist ein Rassist. Er ist ein Betrüger. Er ist ein Hochstapler", sagte der frühere Anwalt von Donald Trump. Auch in den folgenden Stunden beschuldigte er seinen ehemaligen Arbeitgeber zahlreicher Vergehen. Einige zentrale Zitate im Überblick:

Cohen über seine Zusammenarbeit mit Trump:

  • "Ich schäme mich, dass ich dazu beigetragen habe, Herrn Trumps unerlaubte Handlungen zu verschleiern, statt auf mein eigenes Gewissen zu hören."
  • "Ich schäme mich für meine Schwäche und für meine falsche Loyalität zu Trump."
  • "Wenn ich heute hier sitze, erscheint es unglaublich, dass ich so fasziniert von Donald Trump war, dass ich bereit war, Dinge für ihn zu tun, von denen ich wusste, dass sie grundfalsch waren. Deshalb muss ich mich hier bei meiner Familie, bei der Regierung und bei dem amerikanischen Volk entschuldigen."
  • "Meine Loyalität gegenüber Trump hat mich alles gekostet. Ich werde mich nicht zurücklehnen, untätig bleiben und ihm erlauben, dasselbe mit dem Land zu tun."
  • "An diejenigen, die den Präsidenten und seine Rhetorik unterstützen, wie ich es einst tat: Ich bete, dass das Land nicht die gleichen Fehler macht wie ich oder den hohen Preis bezahlt, den meine Familie und ich bezahlt haben."
  • "Sich mit Trump zu umgeben war berauschend."
  • "Ich bin nicht länger ihr 'Fixer', Herr Trump."

Cohen über Trump und Rassismus:

  • "Ich schäme mich, weil ich weiß, was Herr Trump ist: Er ist ein Rassist. Er ist ein Betrüger. Er ist ein Hochstapler."
  • "Privat ist er noch schlimmer. Einmal fragte er mich, ob ich ein von einem Schwarzen geführtes Land nennen könne, das kein 'Drecksloch' sei. Das war, als Barack Obama Präsident der Vereinigten Staaten war."
  • "Als wir einmal durch ein Brennpunktviertel in Chicago fuhren, sagte er, dass nur Schwarze so leben könnten."
  • "Und er sagte mir, dass Schwarze niemals für ihn stimmen würden, weil sie zu dumm seien."
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Trumps Ex-Anwalt: Abrechnung im US-Kongress

Cohen über Trumps Charakter:

  • "Ich rede von einem Mann, der sich selbst als brillant bezeichnet und mich anwies, seiner Highschool, seinem College und der Collegeleitung zu drohen, damit sie nie seine Noten oder seine SAT-Punktzahlen (Studienfähigkeitstest) veröffentlichen."
  • "Herr Trump ist ein Mysterium. Er ist kompliziert (...). Seitdem er im Amt ist, ist er zur schlechtesten Version seiner selbst geworden. Er ist fähig, sich liebenswürdig zu verhalten, aber er ist nicht liebenswürdig. Er ist fähig, großzügig zu handeln, aber er ist nicht großzügig. Er ist fähig, loyal zu sein, aber er ist im Grunde illoyal."
  • "Donald Trump ist ein Mann, der kandidierte, um seine Marke großartig zu machen - nicht um unser Land großartig zu machen. Er hatte weder den Wunsch noch die Absicht, diese Nation zu führen."
  • "Er hat nie damit gerechnet, die Wahl zu gewinnen. Die Kampagne war für ihn immer eine riesige Marketing-Chance."

Cohen über Trump und Russland:

  • "Um es klar zu sagen: Herr Trump (...) lenkte die Trump-Moskau-Verhandlungen während des gesamten Wahlkampfs und log darüber. Er log, weil er niemals erwartete, die Wahl zu gewinnen. Er log auch deshalb, weil er darauf wartete, durch das Moskauer Immobilienprojekt Hunderte Millionen Dollar einzunehmen."
  • "Zwischen den Vorwahlen in Iowa im Januar 2016 und Ende Juni hat er mich mindestens ein halbes Dutzend mal gefragt: 'Wie läuft es in Russland?' - Er bezog sich damit auf das Moskau-Tower-Projekt."
  • "Es wurde gefragt, ob ich Beweise kenne, wonach Herr Trump oder sein Team mit Russland zusammengearbeitet haben. Das tue ich nicht. Das will ich klarstellen. Aber ich habe einen Verdacht."

Cohen über Trump und WikiLeaks:

  • "Viele Menschen haben mich gefragt, ob Herr Trump vorab von der Veröffentlichung der gehackten E-Mails des Democratic National Committees wusste. Die Antwort ist: Ja. Wie bereits zuvor angegeben, wusste Herr Trump von Roger Stone im Voraus über die Veröffentlichung der E-Mails durch WikiLeaks Bescheid."
  • "Er war ein Präsidentschaftskandidat, der wusste, dass Roger Stone mit Julian Assange über die WikiLeaks-Veröffentlichung der E-Mails des Democratic National Committees sprach."

Cohen über das Lügen für Trump

  • "Herr Trump hat mir nicht direkt gesagt, dass ich lügen soll. So geht er nicht vor."
  • "Er hat mir auf seine Art gesagt, dass ich lügen soll." (...) "Letzten Endes wusste ich genau, was ich für ihn sagen sollte."
  • "In der Trump-Organisation hat jeder vor allem einen Job: Es geht darum, Donald Trump zu beschützen. Wir kamen jeden Tag ins Büro und wussten, wir würden für ihn an irgendeiner Stelle lügen."
  • "Für Herrn Trump zu lügen wurde normalisiert, und niemand um ihn herum hat das infrage gestellt."
  • "Ich habe nicht nur das amerikanische Volk belogen, ich habe auch die First Lady belogen."
  • "Er wies mich an, einen Pornofilmstar zu bezahlen, mit dem er eine Affäre hatte, und seine Frau darüber zu belügen, was ich getan habe. Die First Lady belogen zu haben, gehört zu dem, was ich am meisten bereue. Sie ist ein freundlicher, guter Mensch. Ich respektiere sie über die Maßen - das hat sie nicht verdient."

aar/tin/dpa



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Seite 1
nofreemen 28.02.2019
1. Anwalt ohne Grenzen und Fesseln
Dieser Mann spricht wie ein pubertärer amerkanischer "Poledancer". Er hängt unelegant an der Stange im Tanga und versucht verzweifelt die Zuschauer zu beeindrucken. Nur noch peinlich dieser Anwalt, ohne Ethik und Würde.
martin_sternberg 28.02.2019
2. d.trump
so langsam frage ich mich, ob es nicht langsam zeit wird, diesen komiker aus dem amt zu werfen
dereuropaeer 28.02.2019
3. Cohen ueber Trump
Wir alle wissen, dass Trump ein Schwein ist. Auch die meisten Amerikaner wissen das. Trotzdem wird er weiter sein Ego ausleben, denn in Amerika ist es nicht verboten ein Schwein zu sein.
RalfHenrichs 28.02.2019
4.
Früher hat er gelogen, um Trump zu nutzen und ihm zu gefallen. Heute lügt er, um Trump zu schaden, weil er ihn offensichtlich hasst. Früher war er nicht glaubwürdig und heute auch nicht. Teilweise weiß man ja, dass seine Aussage falsch sind. Wenn er z.B. von den gehackten Mails von Clinton spricht. Es ist längst erwiesen, dass es keinen Hack sondern ein Leak gab und dass es nicht die Russen sondern ein Mitarbeiter Clintons war. Die Aussagen Cohens gefallen den Demokraten sicherlich und werden propagandistisch aufgeblasen werden. Tatsächlich liegt ihr Wert aber bei Null.
Romulus 28.02.2019
5. Lügen
Warum sollte jemand, der nach eigenem Bekunden dauernd gelogen hat, ausgerechnet jetzt die Wahrheit sprechen. Nur Fakten sind relevant, aber nicht was Herr Cohen sagt, denn der ist wohl ein pathologischer Lügner.
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