Trumps Ex-Anwalt US-Justiz will "deutliche" Haftstrafe für Michael Cohen

Der ehemalige Anwalt des US-Präsidenten, Michael Cohen, hat sich vor Gericht schuldig bekannt, den Kongress in der Russlandaffäre belogen zu haben. Die Staatsanwaltschaft fordert ein hohes Strafmaß.

Michael Cohen (Archivbild)
REUTERS

Michael Cohen (Archivbild)


Die US-Staatsanwaltschaft fordert eine "deutliche" Haftstrafe für Michael Cohen, den früheren Anwalt von US-Präsident Donald Trump. Einen entsprechenden Antrag stellten Bundesanwälte an einem New Yorker Gericht. Die Anklagebehörde des Bundesstaates schlägt demnach eine Haftstrafe von rund fünf Jahren für den Juristen vor - das wäre eine nur geringe Abschwächung vom Regel-Strafmaß.

Die Strafverfolger werfen Cohen vor, über Jahre hinweg aus "persönlicher Gier" gegen eine Reihe von Gesetzen verstoßen zu haben. Seine Macht und seinen Einfluss habe er für "betrügerische Zwecke" eingesetzt, führte Bundesanwalt Robert Khuzami aus. Er empfahl eine Haftstrafe zwischen 51 und 63 Monaten für Cohen, der mehr als anderthalb Jahrzehnte lang persönlich und geschäftlich eng mit Trump verbunden war.

In der Russlandaffäre soll Cohen wissentlich falsch gegenüber dem US-Kongress ausgesagt haben. Der eingesetzte Sonderermittler Robert Mueller untersucht derzeit, ob es mögliche illegale Verbindungen des Trump-Teams nach Moskau vor dem Amtsantritt des heutigen Präsidenten gab. Zu diesen Vorwürfen bekannte sich Cohen Ende November schuldig, ein Kremlsprecher bestätigte Kontakte zu Trump-Vertrauten. Mueller zeigte sich mit Cohens Kooperation mit den Ermittlern in einem nun veröffentlichen Papier offenbar zufrieden.

Die Bundesanwälte werfen Cohen außerdem Verstöße gegen Steuer- und Wahlkampffinanzierungsgesetze vor, zu denen Cohen sich ebenfalls schuldig bekannt hat. Cohen wird außerdem beschuldigt, der Pornodarstellerin Stormy Daniels Schweigegeld bezahlt zu haben, damit diese nicht über eine mutmaßliche Affäre Trumps mit Daniels' spricht.

Mit den Schuldbekenntnissen kommt Cohen den Ermittlungsbehörden entgegen und kann auf eine Strafminderung hoffen. Trump selbst forderte für Cohen eine Gefängnisstrafe und schrieb auf Twitter, dass er eine mögliche Strafbefreiung Cohens für falsch hielte. Das Strafmaß gegen Cohen soll am Mittwoch verkündet werden.

kko/AFP/dpa

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