Tories in Großbritannien Auch Michael Gove und Andrea Leadsom wollen für Parteivorsitz kandidieren

Bereits acht Mitglieder der Tories haben ihre Kandidatur erklärt: Sie wollen nach dem Rücktritt von Theresa May Parteichef und Premierminister werden. Ihr zentrales Thema: Brexit mit oder ohne Deal.
Michael Gove und Andrea Leadsom

Michael Gove und Andrea Leadsom

Foto: Daniel Leal-Olivas/ AFP

Aus fünf Kandidaten für die Nachfolge der zurückgetretenen britischen Premierministerin Theresa May sind inzwischen acht geworden. Am Wochenende erklärten nach dem Ex-Brexit-Minister Dominic Raab auch Umweltminister Michael Gove und die kürzlich zurückgetretene Ministerin für Parlamentsfragen, Andrea Leadsom, offiziell ihre Kandidatur.

"Ich glaube, ich biete die entscheidende und mitfühlende Führung, die unser Land braucht", schrieb Leadsom auf Twitter. Sie hatte sich bereits 2016 um die Nachfolge des damals nach dem Brexit-Votum zurückgetretenen Premiers David Cameron beworben.

Konkurrent Gove sagte Reportern vor seinem Londoner Haus, "ich denke, ich bin bereit, die Partei zu einen, den Brexit zu stemmen und dieses großartige Land zu führen". Auch er hatte bereits 2016 zu den Kandidaten für die Cameron-Nachfolge gehört. Raab warb in der Zeitung "Daily Mail" am Sonntag für seinen Plan eines Wechsels und eines gerechteren Großbritanniens.

Vor Gove und Leadsom hatten sich bereits der ehemalige Außenminister Boris Johnson, dessen Nachfolger Jeremy Hunt, die frühere Arbeitsministerin Esther McVey, Entwicklungshilfeminister Rory Stewart sowie Ex-Gesundheitsminister Matt Hancock und Ex-Brexit-Minister Dominic Raab für die May-Nachfolge in Stellung gebracht.

Als zentrale Frage ihrer Bewerbungen kristallisiert sich heraus, ob das Land die EU notfalls auch ohne Brexit-Abkommen verlassen soll. Diese Position machten inzwischen vier der Bewerber deutlich.

Dominic Raab: "Ich werde keine Verlängerung beantragen"

"Ich werde für einen faireren Deal in Brüssel kämpfen", sagte etwa der frühere Brexit-Minister Dominic Raab dem BBC-Fernsehen. Sollte dies nicht gelingen, werde Großbritannien trotzdem mit Ablauf der Frist im Oktober der Europäischen Union (EU) den Rücken kehren. "Ich werde keine Verlängerung beantragen", betonte Raab.

Boris Johnson hatte bereits am Freitag gesagt: "Wir werden die EU am 31. Oktober verlassen, mit Deal oder ohne Deal." Ähnliche Äußerungen kamen am Samstag von Ex-Arbeitsministerin Esther McVey und Andrea Leadsom.

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Foto: Yui Mok / AP

Erwartet wird, dass bis zu 20 Tories im Kampf um den Job des Parteichefs und damit des Premierministers antreten werden, die Frist endet am 10. Juni. Dann werden zwei Kandidaten bestimmt, aus denen die rund 100.000 Parteimitglieder der konservativen Tories den künftigen Premierminister wählen. Bis Juli soll der Nachfolger dann feststehen. Als Favorit gilt Boris Johnson.

mfh/dpa/Reuters
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