Michail Kalaschnikow Moskau enthüllt Denkmal für Gewehr-Erfinder

Rund 100 Millionen Kalaschnikow-Gewehre sind weltweit in Umlauf, viele in der Hand von Rebellen und Kindersoldaten. In Russland wurde für den Erfinder nun eine Statue errichtet.

Denkmal für Waffeningenieur Kalaschnikow in Moskau
AFP

Denkmal für Waffeningenieur Kalaschnikow in Moskau


Michail Kalaschnikow war bis kurz vor seinem Tod Werbefigur für ein russisches Rüstungsunternehmen, jetzt wurde der Waffeningenieur in Moskau posthum mit einem Denkmal geehrt.

Kulturminister Wladimir Medinski enthüllte eine Stehle mit der überlebensgroßen Figur Kalaschnikows darauf, die Statue hält das berühmte Sturmgewehr in den Händen. Medinski sagte, Kalaschnikow habe "die besten Charaktereigenschaften" der Russen verkörpert, nämlich "ein außergewöhnliches natürliches Talent, Einfachheit und Integrität".

Erstmals produziert wurde das Sturmgewehr 1947 unter dem Namen "Awtomat Kalaschnikowa obrasza 1947" (AK-47), heute gibt es weltweit mehr als 100 Millionen Exemplare. Die von Kalaschnikow entwickelte Waffe sei zu einer "echten kulturellen Marke Russlands" geworden, lobte der Minister.

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Exportschlager Kalaschnikow: Das Sturmgewehr für Jedermann

Weltweit steht die Waffe allerdings eher für Revolution und Aufstand, für Tod und Zerstörung. Die Opfer, die mit ihr getötet wurden, sind ungezählt, es dürften Hunderttausende sein. Die AK-47 zeichnet sich durch hohe Verlässlichkeit auch unter schwierigen Bedingungen aus und wurde unter anderem in der Flagge von Mosambik und dem Banner der libanesischen Hisbollah-Miliz verewigt. Alte Exemplare werden für unter 100 Dollar gehandelt, in vielen Krisenregionen ist es schwieriger Munition zu bekommen, als ein Exemplar einer AK-47 zu kaufen.

Das Gewehr hatte Erfinder Kalaschnikow entwickelt, als er sich von einer Verletzung aus dem Zweiten Weltkrieg erholte. Es sollte eine Antwort auf das erste Schnellfeuergewehr aus deutscher Produktion sein, das 1944 in Dienst ging.

Von dem Erfolg seiner Erfindung profitierte Kalaschnikow wenig. Er bekam kein Geld aus dem Verkaufserlös und lebte trotz zahlreicher Auszeichnungen in bescheidenen Verhältnissen. 2013 war er im Alter von 94 Jahren gestorben. An seiner Beisetzung mit militärischen Ehren nahm auch Präsident Wladimir Putin teil.

cht/AFP



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