Facebook-Posting US-Politikerin vergleicht Obama mit Andreas Lubitz

Der Atomkompromiss mit Iran sorgt in den USA für Kritik, die Konservative Michele Bachmann hat Barack Obama nun sogar mit Germanwings-Pilot Andreas Lubitz verglichen. Der Shitstorm ließ nicht lange auf sich warten.
Michele Bachmann (Archivbild): Irritierender Facebook-Eintrag

Michele Bachmann (Archivbild): Irritierender Facebook-Eintrag

Foto: Tom Williams/ AP

Mit einem Posting auf Facebook hat die amerikanische Politikerin Michele Bachmann Entrüstung im Netz ausgelöst: Mit seinem Iran-Deal sei "Barack Obama für die 300 Millionen Seelen der Vereinigten Staaten das, was Andreas Lubitz für die 150 Seelen auf dem Germanwings-Flug gewesen ist - ein geistesgestörter Pilot, der seine ganze Nation gegen die Felsen fliegt", kommentierte die Republikanerin in einem Facebook-Eintrag .

Später einmal würden "in den schwelenden Überbleibseln amerikanischer Städte die schockierten Überlebenden fragen: Warum hat er das getan?", heißt es weiter in dem Eintrag.

Das Posting stammt bereits aus der vergangenen Woche, wurde aber zunächst offenbar nicht von einer breiten Öffentlichkeit zur Kenntnis genommen. Erst durch die Einigung im Atomstreit und die darauffolgende Berichterstattung stieg auch das Interesse an Bachmanns Äußerung. Mittlerweile wurde das Posting tausendfach weiterverbreitet, auf Twitter und Facebook wird darüber gespottet und geschimpft.

Schon aus den ersten Kommentaren unter dem Eintrag lässt sich Entsetzen herauslesen: "Ein scheußlicher, scheußlicher Kommentar", schreibt eine Nutzerin darunter, "geschmacklos" und "hässlich" nennen ihn andere. "Sie sind eine Schande und eine Peinlichkeit für die Nation, und insbesondere für uns Menschen in Minnesota", schreibt ein Kommentator.

Michele Bachmann war für den Bundesstaat Abgeordnete, mittlerweile hat sie sich von der nationalen Politikbühne verabschiedet, sie wolltekein weiteres Mal für den Kongress kandidieren. Sie gehört dem rechten Flügel der republikanischen Partei an und galt als große Hoffnung der Tea-Party-Bewegung.

Bereits in der Vergangenheit fiel sie gerade beim Thema Iran durch extreme Äußerungen auf. Bei einer Vorweihnachtsfeier der Kongressabgeordneten im Jahr 2014 forderte sie Barack Obama auf , Atomanlagen in Iran zu bombardieren. Bei einem Wahlkampfauftritt im Jahr 2012 wetterte sie gegen Iran und erklärte, wenn sie Präsidentin wäre, gäbe es in Iran keine US-Botschaft. Da das schon seit Jahrzehnten die Realität war, machte sich die konservative Politikerin mit dem Zitat zum Gespött.

juh
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