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Präsidentschaftswahlen in Chile: Bachelet gewinnt das Duell der Töchter

Foto: Claudio CRUZ/ AFP

Präsidentschaftswahl in Chile Sozialistin Bachelet triumphiert

Es ist erst ein Teilergebnis, doch der Sieg ist Michelle Bachelet nicht mehr zu nehmen: Die Sozialistin hat die Präsidentschaftswahl in Chile klar für sich entschieden. Die Gegenkandidatin räumte ihre Niederlage ein.

Santiago de Chile - Zwischen 2006 und 2010 war Michelle Bachelet bereits die erste Frau im chilenischen Präsidialamt, nun hat sie sich eine weitere Amtszeit gesichert. Bei der Stichwahl am Sonntag kam die Kandidatin der Koalition Neue Mehrheit einer ersten Auszählung zufolge auf mehr als 62 Prozent der Stimmen. Ihre Kontrahentin, die konservative Kandidatin Evelyn Metthei, konnte nur 37,5 Prozent der Wähler überzeugen.

Zwar waren am Sonntagabend erst rund 70 Prozent der Stimmen ausgezählt worden, Metthei kann den Vorsprung der ehemaligen Staatschefin aber nicht mehr einholen. Metthei hat ihre Niederlage bereits eingeräumt. Bachelets Bewerbung wurde von Sozialisten, Christdemokraten, Sozialdemokraten und Kommunisten getragen. Die 62-Jährige Kandidatin hatte im ersten Wahlgang Ende November 47 Prozent der Stimmen erzielt, Matthei 25 Prozent.

Ein Rückschlag für Bachelets Anhänger, die gehofft hatten, ihre Kandidatin könne schon beim ersten Durchlauf mehr als 50 Prozent erringen. Dann wäre keine zweite Runde notwendig geworden. So mussten nochmals knapp 13,6 Millionen Bürger zur Stichwahl an die Urnen gebeten werden, die Wahlbeteiligung lag allerdings unter 50 Prozent.

"Sinn für Pflicht und Verantwortung"

Schon in ihrer ersten Amtszeit war Bachelet äußerst beliebt, doch Chiles Verfassung verbietet eine sofortige Wiederwahl. Nach vier Jahren als Präsidentin verließ Bachelet Chile darum 2010 und ging als Leiterin der Uno-Frauen-Organisation nach New York. Eine mögliche Rückkehr in die Politik ließ sie lange offen. Erst im März kündigte sie ihre Kandidatur an, um den derzeitigen konservativen Amtsinhaber Sebastián Piñera wieder an der Macht abzulösen.

Ihr Posten bei den Vereinten Nationen sei eigentlich ein "Traumjob" gewesen, es habe "viele Gründe" gegeben zu bleiben, sagte Bachelet der chilenischen Zeitschrift "The Clinic". Sie habe aber einen "angeborenen Sinn für Pflicht und Verantwortung". Schon in ihrem ersten Wahlkampf sprach Bachelet viel von diesem "Pflichtgefühl". "Wenn ich das Gefühl habe, dass ich für etwas verantwortlich bin, kann ich das nicht ignorieren - selbst wenn es für mich persönlich von Nachteil ist", schrieb sie in ihrer Biografie.

Bachelet und ihre nun unterlegene Konkurrentin Matthei kennen sich schon von Kindesbeinen an. Ihre Väter - beide Offiziere bei der Luftwaffe - waren befreundet. Doch mit dem Militärputsch vom September 1973, als General Augusto Pinochet den ersten sozialistischen Präsidenten Salvador Allende stürzte und fortan als Diktator regierte, trennten sich ihre Wege.

vks/dpa/AFP
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