Michelle Obama reagiert auf Donald Trump "Es reicht"

Mehrere Frauen haben Belästigungsvorwürfe gegen Donald Trump erhoben, er selbst hatte zuvor mit sexuellen Übergriffen geprahlt. Jetzt äußerte sich Michelle Obama dazu. Sie sei "bis ins Innerste erschüttert".

Michelle Obama
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Michelle Obama hat Donald Trump bei einem Wahlkampfauftritt in New Hampshire scharf attackiert.

In der "New York Times" hatten am Donnerstag zwei Frauen sexuelle Übergriffe des Milliardärs geschildert, ein Fall reicht zurück bis 1979, einer ist aus dem Jahr 2005. Auch eine frühere Reporterin des Magazins "People" machte am Donnerstag entsprechende Vorwürfe öffentlich: Sie berichtete, wie Trump sie 2005 angeblich bedrängte. Trump streitet alle Vorwürfe ab, eine Reporterin der "New York Times" beschimpfte er als "widerlich".

Dies nahm Michelle Obama zum Anlass, in New Hampshire nicht ihre übliche Wahlkampfrede zu halten, sondern direkt auf die jüngsten Ereignisse Bezug zu nehmen; vor allem auf das Video aus dem Jahr 2005, in dem Trump mit sexuellen Übergriffen prahlte und sagte, er könne sich das erlauben, weil er berühmt sei.

"Das hat mich bis ins Innerste erschüttert", sagte Obama, "auf eine Art und Weise, wie ich es mir nicht hätte vorstellen können." Trumps Kommentare seien "schockierend und erniedrigend", ein Affront gegen alle "Frauen, Eltern, Bürger der Vereinigten Staaten".

"Ich kann nicht mehr aufhören, darüber nachzudenken", sagte die First Lady. "Nichts wäre mir lieber, als hier eine normale Wahlkampfrede zu halten. Aber es wäre unehrlich und unaufrichtig, jetzt zur Tagesordnung überzugehen, als sei das alles nur ein böser Traum. Wir können das nicht einfach ignorieren. Es reicht."

Trumps Äußerungen in dem Video gehörten zu klassischen Verhaltensmustern, mit denen Frauen seit jeher herabgesetzt würden.

"Nichts von dem, was da gesagt wurde, werde ich hier wörtlich wiederholen", sagte Obama, die auch bei einer sehr beachteten Rede auf dem Demokraten-Parteitag im Juli Trump attackiert hatte, ohne seinen Namen zu erwähnen. "Aber ich kann es kaum fassen, dass jemand, der sich um das Amt des Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika bewirbt, mit sexuellen Übergriffen auf Frauen geprahlt hat."

Man dürfe die Schilderungen im Trump-Video allein deshalb nicht abtun, weil viele Frauen solche Belästigungen täglich erlebten, etwa am Arbeitsplatz. Äußerungen wie die von Trump dürften nicht als "Gespräche unter Männern in der Umkleidekabine" verharmlost werden, sagte Obama, das sei eine Beleidigung aller Männer.

"Ich weiß, es ist gerade Wahlkampf. Aber hier geht es nicht mehr um Politik. Hier geht es um menschlichen Anstand."

Michelle Obama weiter: "Egal, welcher Partei man angehört - Demokraten, Republikaner, Unabhängige - keine Frau hat es verdient, so behandelt zu werden. Unsere Mütter und Großmütter waren oft machtlos, wenn sie ihre Lebensumstände verändern wollten. Heute haben wir Frauen alle Macht, das Ergebnis dieser Wahl zu bestimmen."

Von den Vorwürfen sexueller Übergriffe in die Enge gedrängt, hat Donald Trump zu einem ungewöhnlich harten verbalen Rundumschlag ausgeholt. Trump bezeichnete am Donnerstag in Florida seine Gegenkandidatin Hillary Clinton als "kriminell". Sie sei Teil einer korrupten Elite, die nur den Status quo aufrechterhalten wolle, um weiter ausbeuterisch auf Kosten des Volkes Strippen ziehen zu können. Mehr dazu lesen Sie hier.

pad/AP/dpa

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Seite 1
checkitoutple 13.10.2016
1. Na wie unparteiisch Frau Obama ist.
Ok Obama ist zwar ein grotten schlechter Präsident aber scheinbar einigermaßen Anständig. Das kann man werde von der Familie Clinton sagen noch von Trump. Clinton selbst war ein deutlich besserer Präsident als Obama, dessen einziger wirklicher verdienst wohl sein Healthcare Programm ist vielleicht noch das er als erster Schwarzer Präsident bewiesen hat das könnte funktionieren. Ich erinnere mich noch daran das hier teilweise die gleichen die sich über Trump (der sicherlich eine Katstrophe als President sein würde) hier beschweren Clinton in Schutz genommen haben als er sein Prachstück versehentlich im Mund von Lewinski platziert hat. Von daher sollten sich die Empöhrer schon fragen lassen , ist eure Empöhrung echt oder mögt ihr Trump einfach nicht. Nun Clinton wird eine ähnlich Katastrophe werden wie Trump, nur werden die Superreichen bei ihre mehr zu gewinnen haben. Von daher mir ist egal welches Desaster sich die USA als Präsident aussucht, nur sollten die Medien hier echt mal ne Nummer zurückschrauben. Sie haben sich mit Obama gewaltig vertan und versuchen jetzt diesen Fehler mit Clinton zu wiederholen, von beiden wird Europa nicht viel gutes zu erwarten haben.
die-metapha 13.10.2016
2.
Zitat von checkitoutpleOk Obama ist zwar ein grotten schlechter Präsident aber scheinbar einigermaßen Anständig. Das kann man werde von der Familie Clinton sagen noch von Trump. Clinton selbst war ein deutlich besserer Präsident als Obama, dessen einziger wirklicher verdienst wohl sein Healthcare Programm ist vielleicht noch das er als erster Schwarzer Präsident bewiesen hat das könnte funktionieren. Ich erinnere mich noch daran das hier teilweise die gleichen die sich über Trump (der sicherlich eine Katstrophe als President sein würde) hier beschweren Clinton in Schutz genommen haben als er sein Prachstück versehentlich im Mund von Lewinski platziert hat. Von daher sollten sich die Empöhrer schon fragen lassen , ist eure Empöhrung echt oder mögt ihr Trump einfach nicht. Nun Clinton wird eine ähnlich Katastrophe werden wie Trump, nur werden die Superreichen bei ihre mehr zu gewinnen haben. Von daher mir ist egal welches Desaster sich die USA als Präsident aussucht, nur sollten die Medien hier echt mal ne Nummer zurückschrauben. Sie haben sich mit Obama gewaltig vertan und versuchen jetzt diesen Fehler mit Clinton zu wiederholen, von beiden wird Europa nicht viel gutes zu erwarten haben.
Was hat denn das bitte damit zu tun? Weil sie der Meinung sind, Herr Obama wäre ein "grotten schlechter" Präsident, sprechen Sie dessen Ehefrau das Recht ab sich zu den niederträchtigen Aussagen und taten eines Trump öffentlich zu äußern - gleichzeitig dürfen sie sich dann aber völlig zusammenhangslos über Bill Clinton äußern und unterstellen anderen per se, diese hätten ihn seinerzeit in Schutz genommen... Können Sie das mal irgendwie nachvollziehbar erklären, welche Kernaussage Sia damit eigentlich machen wollen? P.S. Empörung wird übrigens ohne ein "h" geschrieben.
xilraf 13.10.2016
3. Clinton ...
... hatte mit Frau Lewinsky einvernehmlichen Oralverkehr. Das ist mit Verlaub etwas vollkommen anderes als sexuelle Übergriffe, wie sie von Trump freimütig zugegeben werden. Außerdem: Empörung, ohne "h". Inwiefern Clinton eine ähnliche Katastrophe werden soll wie Trump, ist nicht nachvollziehbar. In sämtlichen Debatten weiß Clinton besser zu argumentieren und man merkt, dass sie sich mit den jeweiligen Themen intensiv beschäftigt hat und weiß, wovon sie redet. Trump hingegen hat nichts als heiße Luft zu bieten.
klogschieter 13.10.2016
4. @1
1. Michelle Obama erhebt ganz und gar nicht den Anspruch, unparteiisch zu sein. Warum sollte sie auch. 2. Bill Clinton hatte eine Affäre mit einer Angestellten. Darüber dürfen Sie denken, was Sie für richtig halten. Angesichts Ihrer Wortwahl möchte ich aber lieber nicht so genau wissen, was Sie darüber denken. Donald Trump hat Frauen prinzipiell zu frei verfügbaren sexuellen Objekten erklärt, wenn denn die Voraussetzungen hinhauen. 3. Abgesehen davon, dass es Barack Obama wurscht sein wird, ob Sie ihn für anständig oder nicht halten, können Sie natürlich das Wort "grottenschlecht" mit Schwung und möglichst kreischig ins Feld führen, tatsächlich ist es bar jeden Inhalts, wenn Sie kein einziges Argument dafür anführen, warum Obama ein schlechter Präsident sein soll. 4. Der Gestus prinzipieller Überlegenheit verträgt sich nicht mit vollständiher Inhaltsleere und sprachlichen schwarzen Löchern.
advocatus diaboĺi 13.10.2016
5. weitere Enthüllungen in der morgigen NYT
Es haben sich zwei Spielgefährten aus dem Kindergarten gemeldet. DT soll ein Mädchen am Zopf gezogen haben, dem Jungen hat er eine Sandschaufel entwendet, dabei soll er ihn noch gestoßen haben. Dieser Skandal wird ihm jetzt endgültig das Genick brechen. Die Wahl ist gelaufen. Auch Putin glaucht nicht mehr an seinen Sieg und lässt schon sicherheitshalber an der Grenze Mittelstrecken-Atomraketen aufstellen. Das wird ihm aber nichts nutzen. Hillary wird den Despoten schon wirtschaftlich und militärisch in die Knie zwingen.
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