US-Midterms Demokratin Sinema gewinnt umkämpften Senatssitz in Arizona

Eine Woche nach der Wahl verlieren die Republikaner den Senatssitz im Bundesstaat Arizona. Siegerin ist die Demokratin Kyrsten Sinema. In zwei weiteren Staaten ist das Ergebnis noch offen.

Kyrsten Sinema
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Kyrsten Sinema


Rund eine Woche nach den Kongresswahlen in den USA steht fest: Ein besonders umkämpfter Senatssitz geht an die Demokraten. Im US-Bundesstaat Arizona setzte sich die demokratische Kandidatin Kyrsten Sinema gegen die Republikanerin Martha McSally durch.

McSally räumte am Montagabend (Ortszeit) bei Twitter ihre Niederlage ein und gratulierte ihrer Konkurrentin zum Sieg. Sinema wiederum dankte bei Twitter den Wählern in Arizona für deren Unterstützung.

Sinema übernimmt in Arizona als erste Frau das Senatsamt. Die 42-Jährige war Aktivistin und Sozialarbeiterin und begann ihre politische Karriere bei den Grünen in Phoenix, Arizona. Sie lebt offen als bisexuelle Frau.

Der Sitz in Arizona war bislang in den Händen der Konservativen. Amtsinhaber Jeff Flake - ein lautstarker Kritiker von Donald Trump - hatte sich entschieden, nicht mehr zu kandidieren. 1988 entschieden die Demokraten zum letzten Mal in Arizona eine Senatswahl für sich.

Die Amerikaner hatten bereits am Dienstag vor einer Woche den Kongress neu gewählt. Dabei wurden alle 435 Sitze im Repräsentantenhaus und 35 der 100 Sitze im Senat vergeben. Die Auszählung der Stimmen zog sich in einzelnen Bundesstaaten wegen knapper Ergebnisse lange hin. In zwei Staaten sind die Senatsrennen noch offen: In Mississippi kommt es Ende November zu einer Stichwahl, in Florida werden derzeit wegen eines äußerst engen Wahlergebnisses die Stimmen neu ausgezählt.

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Bei den Zwischenwahlen in der vergangenen Woche hatten die oppositionellen Demokraten das Repräsentantenhaus erobert. Im Senat dürften die Republikaner dagegen ihre Mehrheit halten. Dort haben sie 51 der 100 Sitze sicher - auch trotz der Niederlage in Arizona. Sollten auch die übrigen Senatsrennen zugunsten der Demokraten ausgehen, würde sich an der Mehrheit für die Republikaner in der Kammer nichts ändern. Allerdings wäre es den Republikanern dann nur gelungen, ihre hauchdünne Mehrheit im Senat mit Mühe zu halten, anstatt diese, wie von ihnen erhofft auszubauen.

Im Video: Arizona aus der Luft

ZDFE

mst/dpa/Reuters/AP



insgesamt 42 Beiträge
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hardeenetwork 13.11.2018
1. Ein großartiger Sieg
Gerade im Konserativen Arizona. Jeder Punkt gegen Trump ist äusserst wichtig und macht den Gegenwind heftiger. Diese wichtigen Stimmen sind schon die Vorbereitung für 2020. Es wird noch dauern, aber das Ende der Rechten steht am Beginn.
mentor54 13.11.2018
2.
Ich will das Ergebnis der Demokraten nicht schönreden, aber man sollte vielleicht mal erwähnen, dass bei den Republikanern viel weniger Senatssitze zur Disposition standen und verteidigt werden mussten. Von 35 neu zu besetzenden Mandaten mussten die Republikaner nur 9 erringern, um wieder auf ihre Mehrheit von 51 zu kommen.
Elrond 13.11.2018
3. Die Wählerklatsche sitzt
das RH verloren, und im Senat gerade noch so eine hauchdünne Mehrheit von 51 Sitzen ergattert, die die Republikaner schon vorher inne hatten. Sie mussten auch nur 9 Sitze verteidigen, während die Demokraten 26 Sitze verteidigen mussten. Ja, die Trump Versteher hätten gerne einen grandiosen Sieg gefeiert, als Bestätigung für den gewählten Vollpfosten, aber nun argumentieren sie natürlich damit, dasse s in den Midterm Wahlen ja immer zugunsten der anderen ausgeht. Ja, ja, ihr hättet gerne beide Häuser gewonnen und die Macht im Senat ausgebaut. Pustekuchen. Den Donald bringen die Wähler schon noch zu Fall.
horstenporst 13.11.2018
4.
Auch Georgia ist noch nicht entschieden. Allerdings tun die Republikaner dort alles um zu verhindern, dass jede Stimme gezählt wird. https://www.theguardian.com/us-news/2018/nov/10/georgia-election-recount-stacey-abrams-brian-kemp https://www.salon.com/2018/11/09/commentary-heres-how-brian-kemp-is-stealing-the-georgia-election/
s.l.bln 13.11.2018
5. Mein persönliches Highlight...
...war Trumps tweet gestern, in dem er verlangte, das "Ergebnis" des Wahlabends gefälligst anzuerkennen, als seine Kandidaten noch führten. Der hat tatsächlich nicht verstanden, daß eine Wahl nicht beendet ist, wenn um 0 Uhr aus der goldenen Kutsche wieder ein Kürbis wird, sondern erst dann wenn die abgegebenen Stimmen gezählt sind. Irgendwie sagen ihm Begriffe wie "vorläufiges Wahlergebnis" und "Hochrechnung" nichts. Er ist auch der Auffassung, daß jetzt irgendwie noch ominöse Stimmen "aus dem Hut gezaubert" würden und wie üblich ist ihm egal, ob seine debilen Jünger das glauben und dann evtl, wieder Päckchen verschicken, im festen Glauben, die Demokratie retten zu müssen.
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