Demokratische Partei Erstmals ziehen muslimische Politikerinnen in den Kongress ein

Die Eltern von Rashida Tlaib wanderten aus Palästina in die USA ein, Ilhan Omar stammt aus Somalia: Nun haben beide einen Sitz im Repräsentantenhaus erobert.
Rashida Tlaib

Rashida Tlaib

Foto: REBECCA COOK/ REUTERS

Es stand bereits vor den Midterm-Wahlen fest - nun ist das Ergebnis offiziell: Rashida Tlaib wird die erste muslimische Abgeordnete in der Geschichte der Vereinigten Staaten. Die Demokratin aus Michigan hatte in ihrem Wahlbezirk keinen republikanischen Rivalen. Die 42-Jährige will im Repräsentantenhaus eine starke Stimme gegen Präsident Donald Trump sein, der Ressentiments gegen Muslime und Einwanderer schürt.

Bei ihrer Kandidatur hatte Tlaib immer wieder auch ihre persönlichen Motive betont: In Interviews berichtete sie, dass einer ihrer Söhne Angst habe, sich als Muslim zu erkennen zu geben. Dies sei das Resultat von Trumps Agitation gegen Minderheiten - "mein Sohn sollte stolz darauf sein, woher er kommt", sagt Tlaib, die palästinensische Wurzeln hat. Ihre Mutter kommt aus der Nähe von Ramallah, ihr Vater stammt aus Ost-Jerusalem.

Tlaib will aber nicht auf ihre muslimisch-palästinensische Herkunft reduziert werden. Sie streitet nicht nur für die Muslime, sondern generell für die Rechte von Minderheiten und Frauen. Als Vertreterin des linken Parteiflügels der Demokraten hat sie auch höhere Mindestlöhne und die Ausweitung staatlicher Sozialleistungen ganz oben auf ihre Agenda gesetzt.

In ihrer künftigen Sonderrolle als Muslima im Kongress in Washington wird Tlaib im Übrigen nicht ganz allein sein - noch eine weitere muslimische Frau, Ilhan Omar aus dem Bundesstaat Minnesota, schaffte für die Demokraten kurz nach ihr den Einzug ins Repräsentantenhaus. Omar kanm einst als somalisches Flüchtlingskind ins Land.

Ilhan Omar

Ilhan Omar

Foto: CRAIG LASSIG/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Der erste muslimische Mann zog bereits vor zwölf Jahren in den US-Kongress ein. Keith Ellison, der dem Repräsentantenhaus bis heute angehört, legte damals bei seiner Vereidigung die Hand auf eine englischsprachige Ausgabe des Koran - sie gehörte einst Thomas Jefferson. Auch Tlaib will den Koran aus dem Nachlass des Gründervaters für ihren Eid auf die US-Verfassung verwenden, wie die "New York Times" erfuhr.

dop/AFP