US-Senatswahl In Florida muss per Hand nachgezählt werden

Nach den Midterms sind die Stimmen im US-Staat Florida bereits maschinell nachgezählt worden - demnach liegen die beiden Topsenatskandidaten aber nur 0,15 Prozentpunkte auseinander. Nun muss per Hand gezählt werden.
Bill Nelson und Rick Scott (Archivbilder)

Bill Nelson und Rick Scott (Archivbilder)

Foto: Kevin Kolczynski/ REUTERS

In dem vielbeachteten Senatsrennen im US-Bundesstaat Florida müssen die Stimmen erneut nachgezählt werden - und diesmal per Hand. Dieser Schritt sei nötig, weil auch eine maschinelle Neuauszählung der Stimmen der Wahl zum US-Senat kein eindeutiges Ergebnis geliefert habe, teilte der Wahlleiter des Bundesstaates am Donnerstag mit.

Die elektronische Nachzählung hatte einen Vorsprung des Republikaners Rick Scott vor seinem demokratischen Rivalen Bill Nelson von lediglich 0,15 Prozentpunkten ergeben - genau wie bei der ersten Auszählung unmittelbar nach der Wahl. Die Gesetze in dem US-Bundesstaat schreiben eine Handauszählung vor, wenn der Abstand der führenden Kandidaten bei der maschinellen Neuauszählung weniger als 0,25 Prozentpunkte beträgt.

Die Verantwortlichen in den einzelnen Bezirken haben nun bis Sonntag Zeit für die Zählung per Hand. Zudem sollen rund 5000 Briefwahl-Stimmen berücksichtigt werden, die zuvor nicht gezählt worden waren.

Scott fordert Nelson zum Aufgeben auf

Der Republikaner Scott - bislang Gouverneur des Bundesstaates - hatte sich in dem Rennen bereits am Wahlabend in der vergangenen Woche zum Sieger erklärt. Am Donnerstag teilte er nun mit, er habe nach der maschinellen Nachzählung einen Vorsprung von 13.427 Stimmen. US-Medien sprachen dagegen von 12.603 Stimmen - das wäre ein Abstand von 0,15 Prozentpunkten.

Trotz der Vorgaben in den Wahlgesetzen forderte Scott seinen Konkurrenten Nelson auf, aufzugeben. "Letzte Woche haben mich die Wähler in Florida zu ihrem künftigen US-Senator gewählt, und jetzt wurden die Stimmzettel doppelt nachgezählt", erklärte er in einer Mitteilung . Man müsse die Wahl nun hinter sich lassen, es sei an der Zeit, dass Nelson den Willen der Wähler respektiere.

Bei der ebenfalls knappen Gouverneurswahl in dem Bundesstaat konnte der Republikaner Ron DeSantis seinen Vorsprung vor dem Demokraten Andrew Gillum nach der maschinellen Nachzählung halten. Es galt als wahrscheinlich, dass er als Sieger aus dem Rennen hervorgehen wird, eine Nachzählung per Hand war nicht erforderlich.

US-Präsident Donald Trump hatte sich in beiden Fällen gegen die Neuauszählung der Stimmen ausgesprochen und behauptet, es gebe Manipulationsversuche. Belege lieferte er dafür nicht.

Florida, schon wieder

Die Republikaner um Trump hatten bei den sogenannten Midterms am 6. November ihre Kontrolle des Repräsentantenhauses verloren, ihre Mehrheit im Senat aber verteidigen können. Allerdings konnten sie diese nach dem bisherigen Stand nicht so weit ausbauen, wie es zwischenzeitlich ausgesehen hatte.

In der Kammer haben sie 51 der 100 Sitze auf jeden Fall sicher - und damit so viele Stimmen wie bisher. Zwar machten die Konservativen den Demokraten ihre Sitze in North Dakota, Missouri und Indiana streitig, allerdings verloren sie Nevada und Arizona. Neben Florida steht noch ein Ergebnis aus Mississippi aus. Dort soll es Ende des Monats eine Stichwahl geben.

Schon im Jahr 2000 war Florida Schauplatz dramatischer Szenen, als die Stimmen für die Präsidentenwahl zwischen George W. Bush und seinem Widersacher Al Gore nachgezählt werden mussten, was dann wiederum auf Antrag Bushs vom Obersten Gerichtshof gestoppt wurde. Bush gewann schließlich mit einem Vorsprung von 537 Stimmen.

aar/dpa/AFP