Ölanlagen beschädigt USA und Saudi-Arabien wollen Reaktion auf Angriffe abstimmen

Wer steckt hinter den Angriffen auf Ölanlagen in Saudi-Arabien - und wie reagiert Washington auf die Attacke gegen den Verbündeten? Darüber beraten nun US-Außenminister Pompeo und der saudische Kronprinz.
Mike Pompeo und Mohammed bin Salman im Oktober 2018 in Riad: An diesem Mittwoch ist ein neues Treffen der beiden geplant

Mike Pompeo und Mohammed bin Salman im Oktober 2018 in Riad: An diesem Mittwoch ist ein neues Treffen der beiden geplant

Foto: Leah Millis/ AP

Nach dem Angriff auf wichtige Ölanlagen in Saudi-Arabien will US-Außenminister Mike Pompeo mit der saudischen Führung über eine Reaktion beraten. Das Außenministerium in Washington teilte mit , Pompeo werde am Mittwoch in der Hafenstadt Dschidda mit dem saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman zusammenkommen. Pompeo werde dabei auch "Bemühungen koordinieren, der iranischen Aggression in der Region entgegenzuwirken". Saudi-Arabien ist ein enger Verbündeter der USA.

Die Huthi-Rebellen im Jemen hatten sich zu den Angriffen am vergangenen Samstag auf die Ölanlagen im benachbarten Saudi-Arabien bekannt. Pompeo hatte dennoch Iran direkt dafür verantwortlich gemacht. US-Präsident Donald Trump nahm nach den Angriffen ebenfalls Iran als möglichen Verantwortlichen ins Visier.

Iran wies jedoch jede Verantwortung für die Angriffe zurück. Außenminister Dschawad Sarif erklärte am Dienstag auf Twitter, die USA verleugneten die Realität, wenn sie glaubten, "die jemenitischen Opfer schlimmster Kriegsverbrechen während der vergangenen viereinhalb Jahre würden nicht alles tun, um zurückzuschlagen".

Der Energieminister Saudi-Arabiens sagte am Dienstag, man habe keine Erkenntnisse darüber, wer hinter den Luftangriffen stehe. Sein Land kenne die Drahtzieher nicht, sagte Prinz Abdulasis bin Salman vor Journalisten in Dschidda.

Video aus Saudi-Arabien: "Man sieht sich als Opfer einer brutalen Anschlagsserie"

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US-Vizepräsident Mike Pence sagte am Dienstag, es sehe danach aus, als sei Iran Urheber der Angriffe gewesen. Die Geheimdienste überprüften entsprechende Hinweise. "Wir beraten mit unseren Verbündeten, und der Präsident wird in den kommenden Tagen die beste Vorgehensweise bestimmen." Die USA wollten keinen Krieg, seien aber zur Verteidigung ihrer Interessen und ihrer Verbündeten bereit.

Saudi-Arabien will Ölproduktion bald komplett wiederhergestellt haben

Die Angriffe hatten die Sorge vor einer militärischen Eskalation im Nahen Osten befeuert und den Ölpreis in die Höhe getrieben.

Der Geschäftsführer des staatlichen Ölkonzerns Saudi Aramco, Amin Nasser, teilte nun mit, dass die nach den Angriffen eingebrochene Ölproduktion Ende des Monats wieder das frühere Niveau erreichen werde. Der Energieminister sagte in Dschidda, die Hälfte der eingebrochenen Ölproduktion sei bereits wiederhergestellt.

Am Samstag hatten mehrere Drohnenangriffe unter anderem die größte Ölraffinerie des Landes in Abkaik getroffen und die Produktionsmenge auf etwa die Hälfte des üblichen Volumens gesenkt. Im vergangenen Monat produzierte Saudi-Arabien nach Opec-Angaben rund 9,8 Millionen Barrel (159 Liter) pro Tag. Durch die Angriffe war die Produktion um 5,7 Millionen Barrel pro Tag eingebrochen.

aar/dpa/AFP