Golf von Oman USA machen Iran für Tanker-Angriffe verantwortlich

US-Außenminister Mike Pompeo gibt Iran die Schuld an den Angriffen auf zwei Öltanker im Golf von Oman. Derweil sieht US-Präsident Trump keine Chancen auf neuerliche Verhandlungen mit Teheran.

Mike Pompeo während eines Pressetermins im US-Außenministerium
Alex Brandon / AP

Mike Pompeo während eines Pressetermins im US-Außenministerium


Die USA machen Iran für die Angriffe auf zwei Öltanker im Golf von Oman verantwortlich. Das sagte US-Außenminister Mike Pompeo am Donnerstag bei einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz in Washington.

Am frühen Morgen waren ein deutsches und ein norwegisches Frachtschiff in internationalen Gewässern zwischen den Vereinigten Arabischen Emiraten und Iran attackiert worden. Es wurde von drei Explosionen an Bord berichtet. Bisher ist noch unklar, womit die Schiffe angegriffen wurden. Die Nachrichtenagentur Reuters meldet unter eine mit dem Vorgang betraute Person, dass keine Torpedos zum Einsatz gekommen sein sollen (Lesen Sie hier, was bisher über den Vorfall bekannt ist).

Im Video: Angriff auf zwei europäische Frachtschiffe

REUTERS/ ISNA

"Es ist die Einschätzung der USA, dass die Islamische Republik für die Angriffe verantwortlich ist", sagte Pompeo nun in Washington in einem Kurzauftritt vor Kameras. Diese Einschätzung basiere unter anderem auf Geheimdienstinformationen, in Hinblick auf die eingesetzten Waffen und auf ähnliche Angriffe in jüngster Vergangenheit, hieß es.

Auf Twitter schrieb Pompeo, die Angriffe seien eine Bedrohung für den internationalen Frieden und die Sicherheit und eine "nicht hinnehmbare Eskalation der Spannung durch Iran". Am Nachmittag (Ortszeit) wollte sich in New York der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen mit dem Vorfall befassen.

Saudi-Arabien pflichtete der Einschätzung Pompeos bei, dass Iran für die Angriffe verantwortlich sein soll. Der Außenminister Adel al-Jubeir sagte dem Sender CNN, dass sein Land "keinen Anlass" habe, Pompeo zu widersprechen. "Wir stimmen ihm zu", sagte er. "Iran hat eine Geschichte, das zu tun."

Iran "besorgt" über Angriffe, Trump sieht keine Chance für Verhandlungen

Zuvor hatte sich das iranische Außenministerium laut der Nachrichtenagentur dpa besorgt über die Angriffe geäußert. Der Außenamtssprecher sprach demnach von "dubiosen" Zwischenfällen. Besonders der Zeitpunkt sei sehr verdächtig, da zur gleichen Zeit ein Treffen zwischen Irans Führer Ajatollah Ali Khamenei und Japans Ministerpräsident Shinzo Abe stattgefunden habe.

"Solche Zwischenfälle stehen sicherlich im Kontrast mit regionalen und überregionalen Bemühungen, die Spannungen in der Region zu reduzieren", schrieb der Sprecher am Abend auf Twitter.

US-Präsident Donald Trump sieht derzeit keine Chancen für neue Verhandlungen mit Iran. Er wisse die jüngsten Vermittlungsbemühungen von Abe zu schätzen, schrieb er auf Twitter. Er persönlich denke aber, dass es zu früh sei, auch nur darüber nachzudenken, einen Deal zu machen. "Sie sind nicht bereit, und wir sind es auch nicht."

Es ist der zweite Angriff auf Handelsschiffe in der Region binnen weniger Wochen: Am 12. Mai hatten drei Tanker und ein weiteres Schiff im Golf von Oman Havarien gemeldet. Bislang hat sich niemand zu den Anschlägen bekannt. Die Taten fallen in eine Zeit größter Spannungen zwischen Iran auf der einen sowie den USA und den arabischen Golfstaaten auf der anderen Seite.

kry/AFP/Reuters/dpa

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scharri-frank 13.06.2019
1. Na endlich
der Iran ist schuld und die USA kann endlich ihre Maschinerie in Gang setzen! Herzlichen Glückwunsch
abocado 13.06.2019
2. Fakeangriff
Als Rechtfertigung für eine Konfrontation mit dem Iran?! Alles ist heute denkbar.
alfred_epunkt_neumann 13.06.2019
3.
fake news! ich hätte ja nie gedacht, dass eine beweisführung noch plumper angelegt sein könnte, als es beim irak-feldzug der fall war … wann trifft sich die un? leute, leute …
macleth 13.06.2019
4. Pompeo mach den Iran verantwortlich
na dann ist ja mal wieder alles geklärt ... für wie doof halten die USA die Welt?
fredderfarmer 13.06.2019
5. Warum Deutschland?
Ist D doch eher daran interessiert, das Atomabkommen mit dem Iran weiter zu führen.
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