US-Außenminister Pompeo will Treffen mit Merkel nachholen

Für seine Absage war Mike Pompeo kritisiert worden, nun will er sein Treffen mit der Bundeskanzlerin nachholen. Erst einmal reist der US-Außenminister aber nach Russland - und spricht über internationale Krisen.

US-Außenminister Mike Pompeo
Jeenah Moon/ REUTERS

US-Außenminister Mike Pompeo


US-Außenminister Mike Pompeo will sein vor wenigen Tagen kurzfristig abgesagtes Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und Außenminister Heiko Maas in Berlin rasch nachholen. "Ich bedauere, dass ich nicht in der Lage war, mich mit Kanzlerin Merkel und meinem Kollegen Heiko Maas zu treffen", sagte Pompeo in einem Interview mit dem US-Sender CNBC.

"Wir haben sie schon wieder eingeplant. Sie sind zurück auf dem Kalender", sagte Pompeo, ohne jedoch ein konkretes Datum zu nennen. "Ich bin zuversichtlich, dass wir das in den nächsten paar Wochen machen werden", fügte er hinzu.

Pompeo war in Deutschland und darüber hinaus harsch dafür kritisiert worden, Kanzlerin Merkel kurzfristig versetzt zu haben und stattdessen einen Besuch in Bagdad anberaumt zu haben. In vielen Kommentaren wurde dies auch als Indiz für das deutlich abgekühlte Verhältnis zwischen Washington und Berlin gedeutet.

Pompeo spricht mit Lawrow über internationale Krisen

Pompeo wird heute in Russland erwartet. Es ist sein offizieller Besuch bei seinem Kollegen Sergej Lawrow. Die beiden treffen sich in Sotschi am Schwarzen Meer, um unter anderem über die Lage in Venezuela, in Syrien und in der Ukraine zu sprechen. Erst in der vergangenen Woche hatten sie sich in Finnland bei einem Treffen der Außenminister des Arktischen Rates ausgetauscht.

Zudem wird Pompeo auch ein Gespräch mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin führen, wie der Kreml mitteilte.

Minister Lawrow sagte vor dem neuen Treffen, dass Russland auch an Gesprächen über eine atomare Abrüstung interessiert sei. Aktuell geht es dabei um die Zukunft des New-Start-Vertrags über die Kontrolle atomarer Angriffswaffen.

Der Vertrag von 2010 sieht vor, die Nukleararsenale auf je 800 Trägersysteme und 1550 einsatzbereite Atomsprengköpfe zu verringern. Er läuft 2021 aus, kann aber verlängert werden. Nach Meinung von Militärexperten rennt beiden Seiten die Zeit davon, weil in den USA im kommenden Jahr ein neuer Präsident gewählt wird und das Land dann eher mit innenpolitischen Fragen beschäftigt sein könnte.

Russland sieht den Besuch von Pompeo in Krisenzeiten als wichtiges Signal und einen Versuch, die gespannten Beziehungen in bessere Bahnen zu lenken. Moskau hofft demnach darauf, dass es nach einem Telefonat von US-Präsident Donald Trump mit Putin am 3. Mai Fortschritte im Verhältnis beider Länder geben könnte. Bei vielen internationalen Konflikten verfolgen Moskau und Washington entgegengesetzte Interessen.

mfh/AFP



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