Militär-Operation Türkische Bodentruppen dringen in den Irak ein

Einmarsch im Nordirak: In der Nacht sind Hunderte türkische Soldaten über die Grenze vorgerückt. Irakischen Militärkreisen zufolge sind sie leicht bewaffnet. Zu Zusammenstößen sei es vorerst nicht gekommen.


Arbil - Etwa 300 türkische Soldaten sind in der Nacht in die Kurdengebiete im Nordirak einmarschiert. Die Truppen bewegten sich bis etwa drei Kilometer hinter die Landesgrenze, sagte ein Informant des irakischen Militärs der Nachrichtenagentur Reuters. Die türkischen Truppen sollen nur leicht bewaffnet sein und sich in der gebirgigen Region Gali Rash aufhalten.

Offensive gegen PKK-Rebellen: Türkische Truppen im Nordirak (Archivbild vom 18. 10. 2007)
DPA

Offensive gegen PKK-Rebellen: Türkische Truppen im Nordirak (Archivbild vom 18. 10. 2007)

Ein Sprecher der kurdischen Peschmerga-Kämpfer, Dschabbar Jawar, sagte der Nachrichtenagentur AFP: "Sie sind in eine verlassene Zone eingedrungen, wo keine irakischen oder kurdischen Truppen stationiert sind. Wir wissen nicht, wie viele sie sind und bis wohin sie vorgedrungen sind", sagte Jawar weiter.

Die türkische Armee hat im Kampf gegen Rebellen der Kurdischen Arbeiterpartei PKK in der Region bis zu 100.000 Soldaten zusammengezogen. Die Rebellen nutzen den Nordirak als Rückzugsgebiet, um Angriffe auf die Türkei vorzubereiten. Die Türkei behält sich Militäreinsätze gegen die PKK auf irakischem Gebiet vor. Erst am Wochenende hatte die Luftwaffe mehrere Dörfer im Nordirak bombardiert und nach eigenen Angaben PKK-Stellungen angegriffen. Die EU und die Uno reagierten besorgt auf das militärische Vorgehen der Türkei im Nachbarland.

US-Außenministerin Condoleezza Rice ist heute überraschend zu einem Besuch im Irak eingetroffen. Rice traf in der nordirakischen Stadt Kirkuk ein. Während ihres Besuchs wollte sie mit Vertretern der kurdischen, sunnitischen, schiitischen, christlichen und turkmenischen Volksgruppen in der Region zusammentreffen. Die Reise diente der Unterstützung des Versöhnungsprozesses, den der neue UN-Gesandte im Irak, Steffan de Mistura, in Kirkuk voranbringen will.

amz/Reuters/AFP



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