Militär Pentagon erlaubt Fotos von Särgen gefallener Soldaten

Ende des Bilderverbots: Das US-Verteidigungsministerium will künftig Foto- und Filmaufnahmen von der Heimkehr gefallener Soldaten aus Auslandseinsätzen zulassen. Damit kippt ein fast 20 Jahre altes Verbot.

Washington - Künftig wird es wieder diese beklemmenden Fotos flaggenbedeckter Militär-Särge bei ihrer Ankunft auf amerikanischem Boden geben. Verteidigungsminister Robert Gates hat das Verbot der Bildberichterstattung über die Särge von Gefallenen am Luftwaffenstützpunkt Dover im Bundesstaat Delaware aufgehoben. Das teilte ein Sprecher am Donnerstag mit. Das Verbot hatte seit dem Golfkrieg 1991 gegolten.

Um tatsächlich Bilder machen zu dürfen, bedarf es aber künftig der Zustimmung der Hinterbliebenen, sagte der Sprecher weiter. So solle die Privatsphäre der Familien geschützt werden.

Ressortchef Gates hatte bereits Anfang Februar angekündigt, dass er das Foto-Verbot auf Wunsch von Präsident Barack Obama einer Prüfung unterziehen wolle. Gates selbst empfahl dabei, das Verbot zu lockern. In einer am Donnerstag veröffentlichten CNN-Umfrage sprachen sich 67 Prozent der Befragten in den USA für ein Ende des Verbots aus.

Der früheren Regierung von Präsident George W. Bush war vorgeworfen worden, durch das Verbot das wahre Ausmaß der Verluste durch die Militäreinsätze im Irak und in Afghanistan verschleiern zu wollen. Das Verbot war während der Präsidentschaft von Bushs Vater zu Beginn des Golfkriegs erlassen worden. Es stützte sich vor allem auf die Erfahrungen aus dem Vietnam-Krieg: Die Serie von Bildern flaggenbedeckter Särge bei der Ankunft in Dover hatten der Öffentlichkeit den hohen Blutzoll des Kriegs veranschaulicht.

ler/AFP

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