Über Ochotskischem Meer Russischer Kampfjet soll US-Aufklärer bedrängt haben

Die Besatzung eines russischen Kampfjets soll mit einem gewagten Manöver einen US-Aufklärungsflieger provoziert haben. Wenn die Details des Pentagons stimmen, hatten die Crews beider Maschinen großes Glück.
Russischer Kampfjet Su-27 bei Übung im August 2010: Jet dieses Typs soll US-Aufklärungsflugzeug bedrängt haben

Russischer Kampfjet Su-27 bei Übung im August 2010: Jet dieses Typs soll US-Aufklärungsflugzeug bedrängt haben

Foto: Ted S. Warren/ AP

Washington - Bei einem US-Aufklärungsflug über dem Ochotskischen Meer, das an Russland angrenzt, ist es nach Angaben des Pentagons zu einem riskanten Zwischenfall gekommen. Die Boeing RC-135U der U.S. Air Force befand sich nach Angaben eines Pentagon-Sprechers in internationalem Luftraum, als sich der Maschine plötzlich ein russischer Kampfjet näherte. Dieser habe sich direkt vor die Nase des Aufklärungsflugzeugs gesetzt und sei bis auf 30 Meter an ihn herangerückt.

Dann habe der russische Pilot seinen Su-27-Kampfjet so gedreht, als wolle er mitgeführte Waffen zeigen, berichtete Pentagon-Sprecher Steve Warren. Zwischen den beiden Flugzeugen habe kein Funkverkehr bestanden, das US-Aufklärungsflugzeug habe seinen Kurs beibehalten und sei nicht ausgewichen.

Eine Beschreibung des Zwischenfalls aus russischer Sicht liegt nicht vor.

Warum der Vorfall, der sich am 23. April ereignet haben soll, erst jetzt publik wurde, konnte der Pentagon-Sprecher nicht erklären. Mitte April war es bereits zu einem Zwischenfall mit einem russischen Kampfjet gleicher Bauart gekommen. Der Pilot des Düsenfliegers war mehrfach in niedriger Höhe über ein Schiff der US-Marine im Schwarzen Meer hinweggedonnert.

Die Boeing RC-135U ist ein hoch spezialisiertes vierstrahliges Aufklärungsflugzeug aus den Siebzigerjahren, das unter dem Namen "Combat Sent" bekannt wurde. Zwei der Flugzeuge sind bis heute im Dienst der amerikanischen Luftwaffe. Die "Combat Sent"-Flugzeuge sind mit zwei Radarkuppeln und zahlreichen Antennensystemen ausgestattet, die über große Entfernungen Signale des Gegners lokalisieren und identifizieren können. Die Besatzung besteht aus zwei Piloten, einem Navigator, zwei Ingenieuren, mindestens zehn Offizieren und sechs technischen Spezialisten.

jbe/AP
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