Militärbündnis Powell kann sich Russland in der Nato vorstellen

"In diesen Tagen ist nichts undenkbar", sagt Colin Powell. Die Beziehungen zwischen USA und Russland seien noch nie so gut gewesen. Auch eine künftige Mitgliedschaft der Russen im nordatlantischen Bündnis hält der US-Außenminister für durchaus möglich.


Colin Powell
AFP

Colin Powell

Washington - Die amerikanischen-russischen Beziehungen haben sich nach den Worten Powells seit den Terroranschlägen enorm verbessert. Im Gespräch mit ausländischen Journalisten sprach Powell von einer "erdbebenartigen Veränderung historischen Ausmaßes". Nach der möglichen Mitgliedschaft Russlands in der Nordatlantischen Allianz befragt, sagte Powell: "In diesem Tagen ist nichts undenkbar." Powell drückte die Hoffnung aus, dass der neue Geist auch die Diskussion über die Nato-Erweiterung beflügele, damit sich niemand dadurch bedroht fühle.

Powell lobte die schnelle Unterstützung, die der russische Präsident Wladimir Putin im Kampf gegen den internationalen Terrorismus versprochen habe. Putin sei der erste Regierungschef gewesen, der Präsident George W. Bush nach den Anschlägen auf das World Trade Center in New York und das Pentagon in Washington angerufen habe, sagte Powell. Die US-Regierung sei von Putins Rede über die russischen Anti-Terror-Maßnahmen beeindruckt gewesen.

Russland hat den USA für den geplanten Militärschlag Überflugrechte für humanitäre Flüge eingeräumt und Geheimdienstmaterial über den mutmaßlichen Terroristen Osama Bin Laden zur Verfügung gestellt.

Auch der Aufruf zu einem Dialog mit den Rebellen in Tschetschenien sei in Washington positiv aufgenommen worden, sagte Powell. Die US-Regierung sei allerdings weiterhin besorgt über die Einhaltung der Menschenrechte in Tschetschenien.



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