Militärische Warnung USA verlegen Flugzeugträger in Richtung Iran

Die US-Regierung will eigenen Angaben zufolge eine "unmissverständliche Botschaft an das iranische Regime senden": Sie schickt einen amerikanischen Flugzeugträger sowie eine Bomberstaffel in den Mittleren Osten.

Der Flugzeugträger USS "Abraham Lincoln" 2007 bei einer Militärübung vor Kalifornien
U.S. Navy/Jordon R. Beesley/ AP

Der Flugzeugträger USS "Abraham Lincoln" 2007 bei einer Militärübung vor Kalifornien


Die USA verlegen als militärische Warnung an Iran den Flugzeugträger USS Abraham Lincoln und eine Bomberstaffel in den Mittleren Osten. Das teilte der Nationale Sicherheitsberater der USA mit: John Bolton sprach von einer Verlegung in die Region, für die das Streitkräftekommando Centcom zuständig ist - dieses Gebiet reicht von Syrien im Westen bis Pakistan im Osten.

Bolton begründete den Schritt mit "einer Reihe beunruhigender und eskalierender Anhaltspunkte und Warnzeichen", auf die man nun reagiere. Die USA wollten eine "klare und unmissverständliche Botschaft an das iranische Regime senden, dass jedem Angriff auf die Interessen der Vereinigten Staaten oder auf die ihrer Verbündeten mit unerbittlicher Kraft begegnet wird".

Die Vereinigten Staaten wollten keinen Krieg mit Iran, heißt es in der Stellungnahme des Sicherheitsberaters. "Aber wir sind voll vorbereitet, auf jeden Angriff zu antworten, ob er von Stellvertretern, den islamischen Revolutionsgarden oder den regulären iranischen Streitkräften vorgetragen wird."

Riegelt Iran die Straße von Hormus ab?

Im Streit über Irans Atomprogramm hatten die USA zuletzt Strafmaßnahmen gegen das Land ausgeweitet: Seit dem 1. Mai müssen alle Länder mit Sanktionen rechnen, die Öl aus Iran importieren; Ausnahmen für einige wenige Abnehmer liefen zu diesem Datum aus. US-Präsident Donald Trump hatte im vergangenen Jahr das internationale Atomabkommen mit Iran aufgekündigt.

Experten befürchten, dass Iran seinerseits aus dem Atomabkommen austreten oder die Straße von Hormus als wichtigsten Öllieferweg der Welt abriegeln könnte. Dann könnten auch Öltanker anderer Golfstaaten nicht mehr operieren. In einem solchen Fall würde die Gefahr einer militärischen Auseinandersetzung drastisch steigen.

Die USA werfen Iran eine ganze Reihe aggressiver Handlungen vor: Unter anderem soll das Land in Venezuela die Regierung von Nicolás Maduro unterstützen, den die Vereinigten Staaten entmachtet sehen wollen. Auch hinter Konflikten in Syrien, im Jemen und im Gazastreifen vermuten die USA iranische Interessen.

Ölsanktionen gegen Iran - Russland wirft USA Unterwerfungspolitik vor

Viele Menschen in Iran befürchten, dass ohne den Ölexport als Haupteinnahmequelle des Landes die bereits akute Wirtschaftskrise noch schlimmer werden könnte. Seitdem die USA wieder Sanktionen gegen Iran verhängt haben, sind die Ölausfuhren des Landes von mehr als 2,5 Millionen Fässern pro Tag auf unter eine Million gefallen.

Erst vor knapp zwei Wochen hatte Russland das Vorgehen der USA erneut kritisiert. Die US-Politik werde immer "aggressiver und rücksichtsloser", hieß es aus dem Außenministerium in Moskau. "Washington verbirgt nicht einmal seinen Wunsch, die Welt seinem Willen zu unterwerfen", hieß es weiter. Zugleich lobte Moskau die "Zurückhaltung" Teherans mit Blick auf "die arroganten amerikanischen Provokationen".

aar/dpa/AFP/Reuters

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Grummelchen321 06.05.2019
1. trump
steht wolh mal wieder im Inneren unter Druck.mitlerweile müsste doch auch der dümmste seine Masche für ablenkung zu sorgen verstanden haben.Dazu erhöhung der Straffzölle und ein botschafter der nicht weiß was sich gehört.Ein schlechter start in die Woche.Man kann nur hoffen das der komische orangene Mann nicht zu sehr zündelt und tatsächlich die Welt in Brand gerät.
luciusvoldemort 06.05.2019
2. Niemand hat die Absicht........
eine Mauer zu bauen, einen Krieg zu beginnen oder was sonst noch. Wir haben es zu oft gehört und immer kam die Absicht hervor. Meine weise Oma hat mir immer empfohlen, nicht auf mehreren Hochzeiten zu tanzen. Hatte Trump keine weise Oma? Er tanzt auf der China Hochzeit, der Iran Hochzeit, der EU Hochzeit und auch auf der Russland Hochzeit. Dann ist er auch noch Gast auf Senats Party, der Mueller Party, der 2% Nato Party und wo noch. Als ich mir heute die Rüstungsausgaben der Länder anschaute und dabei feststellte, das die USA 10 mal mehr Ausgaben als Russland hat, Saudi Arabien, England, Frankreich ungefähr gleichauf mit Russland sind, dann wird mir nur noch schlecht. Sogar hier auf meinem Fliegenschiss von Insel im karibischen Meer,Flugzeugträger mal eben in Richtung Iran. Da waren Bush,Rumsfeld und Cheney ja nur Kindergartenkrieger, Sandkastenstrategen. Lucius
Peletua 06.05.2019
3. Gefolgschaft verweigern
Trumps permanente Zündelei vor unserer Haustür wird üble Folgen für Europa haben, wenn wir diesem vertragsbrüchigen 'Präsidenten' nicht endlich die Gefolgschaft verweigern. Die USA und ihr windiges Staatsoberhaupt bringen uns in Kriegsgefahr und schneiden uns von lebenswichtigen Ressourcen ab. Die USA versuchen auf Biegen oder Brechen, ihre schwindende Hegemonialmacht zu halten, ihre Währung zu stützen, uns ihre umweltschädlich gewonnenen Ressourcen aufzuzwingen und Europa als Konkurrenz auszuschalten. Es geht nicht gegen Iran - es geht gegen uns, hoffentlich dämmert das den Trump-Fans langsam. Die jüngste Dreistigkeit des US-Botschafters spricht eine deutliche Sprache.
espressotime 06.05.2019
4.
Trump ist ein Querulant und Kriesenvorantreiber. Er kommt mit seiner Politik nicht weit und versucht es auf die harte Tour, egal was es kostet. Das die restliche Welt sich gegen diesen grauenvollen Menschen nicht wehrt, ist vielen bestimmt ein Rätsel. Durch die Zurückhaltung vieler Länder wird Trump in seiner Politik nur bekräftigt und das Erpressen geht weiter. In Europa herrscht ein Rechtsdruck, der künstlich von den Amis entwickelt wird um Europa zu schaden. Er infiziert die Welt mit seiner Pest und dagegen wird nichts gemacht. Es heißt immer, in Deutschland wächst der Antisemitismus! Welcher bitte? Das ist die Natur des Menschen, dass man sich gegenseitig aus welchem Grund auch immer nicht unbedingt mag. Was heißt da gleich Antisemitismus. Amerikanische Politik ist die abscheulichste der Welt, das war die immer und es wird immer so bleiben. Trump will keine NATO? Warum setzt er sich so sehr für seine zwei lieblingsverbündete ein? Tja, Money Talks Mr. Präsident.
minando 06.05.2019
5. Man sollte eine Business-Idee draus machen...
...wieviele Passagiere wohl auf so einen Flugzeugträger passen? 'Wir drohen Land XY und haben noch Kabinen frei an Bord! Buchen Sie JETZT!' Seltsam dass im Mutterland des Kapitalismus da noch keiner drauf gekommen ist.
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