Militärschlag Amerikaner schießen auf Ziele im Irak

Amerikanische und britische Kampfflugzeuge haben Angriffe auf Ziele in der Nähe der irakischen Hauptstadt Bagdad geflogen. Die Raketenangriffe hätten militärischen Kommando- und Radareinrichtungen gegolten.


In Bagdad heulten die Sirenen
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In Bagdad heulten die Sirenen

Washington - Die Luftangriffe am Freitag auf Ziele im Irak waren vom amerikanischen Präsidenten George W. Bush angeordnet worden. Das teilte der Sprecher Bushs, Ari Fleischer, im mexikanischen San Cristobal mit. Bush hält sich mit einer Delegation zu seinem ersten Auslandsbesuch seiner Präsidentschaft im Nachbarland Mexiko auf.

Kampfflugzeuge der Alliierten haben die Angriffe auf Ziele in der unmittelbaren Nähe der irakischen Hauptstadt Bagdad geflogen, so das Pentagon in Washington. Es seien fünf Ziele außerhalb der Flugverbotszone bombardiert worden.

Generalleutnant Gregory Newbold begründete die Angriffe mit zunehmenden Provokationen der Iraker. So sei der Radius der Radars ausgeweitet worden und hätten eine Bedrohung der alliierten Flugzeuge dargestellt. An dem Angriff seien 24 Flugzeuge beteiligt gewesen. Alle amerikanischen und britischen Flugzeuge seien zurückgekehrt, hieß es.

Das irakische Fernsehen berichtete von acht Verletzten bei Angriffen auf die Hauptstadt und hatte gemeldet, Bagdad werde vom "amerikanischen Aggressor" direkt angegriffen. Dort sei um 18.45 MEZ Luftalarm zu hören gewesen, berichteten Zeugen. In der Stadt seien starke Explosionen zu hören gewesen, während die irakische Luftabwehr in den Abendhimmel feuerte. Das irakische Fernsehen unterbrach sein Progamm und sendete nationale Lieder.

Amerikanische und britische Flugzeuge kontrollieren die von den Alliierten eingerichteten Flugverbotszonen im Norden und Süden Iraks. Diese Zonen wurden nach dem Golfkrieg 1991 zum Schutz der dort lebenden Minderheiten eingerichtet. Irak hat die Beachtung des Flugverbots aufgekündigt, nachdem das Land im Dezember 1998 vier Tage lang amerikanischen und britischen Luftangriffen ausgesetzt war.

Der Angriff am Freitag erfolgte nicht einmal einen Monat nach dem Amtswechsel im Weißen Haus. Der neue US-Außenminister Colin Powell hatte am Sonntag erklärt, der irakische Präsident Saddam Hussein müsse genau im Auge behalten werden. In einer Woche will Powell in den Nahen Osten reisen und eine Reihe von Staaten besuchen, die 1991 während des Golfkrieges mit den USA verbündet waren. Es werde ihm aber nicht gelingen, die Anti-Irak-Koalition wiederzubeleben, höhnte die irakische Regierungspartei am Mittwoch. Powell war während des Golfkriegs der Generalstabchef der US-Streitkräfte. Der damalige Verteidigungsminister Dick Cheney ist heute Vizepräsident.



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